WAS TRÄUME UNS SAGEN WOLLEN
Seltsam, solche Träume wie ich sie derzeit erlebe, habe ich normalerweise eher zur Herbstzeit. Überhaupt ist auch der von mir gewählte Titel etwas, was sich eher im Herbst oder Winter in meine Gedanken schleicht. So wie es aussieht, herrscht in meinem Inneren gerde mehr Herbst- als Sommerstimmung. Nun gut, man arbeitet mit dem was einem gegeben wird, nicht wahr. Schliesslich sind wir flexibel. ;)

Meine Träume sind und waren schon immer gute und wertvolle Wegweiser meines Lebens. Deren Symbolik fasziniert mich schon seit langem. In manchen Fällen bestätigen sie auch einfach nur, was ich intuitiv schon längst weiss, aber noch versuche zu verdrängen. Doch bis heute sind sie immer ein treuer Ratgeber und Wahrheitssprecher meines Unterbewusstseins.

REISE IN DIE INNEREN WELTEN 
Vor zwei Nächten hatte ich wieder einen seltsamen Traum, diesmal blieb er mir nach dem Aufwachsen jedoch noch lange sehr präsent. Für mich ein Zeichen, dass ich nochmals einen genaueren Blick darauf werfen sollte. Gesagt, getan.

Ich besuchte einen Friedhof, den ich durch meine Träume gut kannte, in der diesseitigen Welt jedoch noch nie besucht habe, oder gar weiss, ob er in dieser Form tatsächlich existiert. Ich fühlte mich, wie immer an diesem Ort, seher geerdet, aber nicht traurig, sondern geborgen und fröhlich. Da war noch jemand Anderes, ein Mann. Er nahm meine Hand und begann mit mir zu tanzen.

DER FRIEDHOF ALS SYMBOL
Der Friedhof als Symbol in Träumen kann vieles bedeuten und kann für Ungeübte schon mal eine kleine Herausforderung darstellen. Je nachdem in welchem Zusammenhang dieser im Truam erscheint und welche Handlung sich abspielt, steht er für verschiedenes. In diesem Fall war es ein schlichtes Betreten des Friedhofs, meine Gefühle waren positiv und leicht.

Das Betreten eines Friedhofs symbolisiert die Beschäftigung mit der Vergangenheit, oder wir wollen etwas begraben, wovon wir uns befreien möchten. Etwas, was uns immernoch anhaftet und beschäftigt, obwohl es in unserer Zukunft keinen Platz hat und wir es gerne hinter uns lassen möchten. Hier stelt sich die Frage, was will ich hinter mir lassen?

Gleichzeitig ist der Friedhof aber auch ein Ort, zu dem man sich begibt bei Lebenskonflikten. Wenn man man alleine nicht mehr weiter weiss. Unsere Vorfahren hatten einen starken Ahnenglauben, wenn sie alleine nicht mehr weiter wussten, dann suchten sie Orte auf um ihre Ahnen um Hilfe zu bitten. Der Friedhof kann ein solcher Ort sein.

DER TANZ ALS SYMBOL
Das Symbol des Tanzes ist ein uraltes. Bei unseren Vorfahren war der Tanz nicht nur Ausdruck der Freude und Unbeschwertheit, er war auch ein zentraler Bestandteil zeremonieller Handlungen. Durch ihn verbanden sie sich mit dem Rhytmus der Erde - es war ein regelrechtes einstimmen auf den Urrhytmus und ein Verschmelzen mit allem was war, ist und sein wird. Der Tanz hat also einerseits etwas sehr Befreiendes an sich, andererseits aber auch etwas sehr Ursprüngliches und Wildes.

WAS DAS FÜR MEINE AKTUELLE SITUATION BEDEUTET
Dieser Traum hat mir im Grunde genommen nur nochmals symbolisch vor Augen geführt, was ich längst weiss. Ich darf und muss meiner Inituition endlich vertrauen und meinen Weg einschlagen, auch wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sehen kann, wo er mich hinführen wird. Dieses loslassen und darauf vertrauen, dass schon alles seinen Lauf nehmen wird, fällt mir im Moment extrem schwer. Da ich mich schon vor langer Zeit meiner Wilden Weiblichkeit verschrieben habe, bin ich dabei den für mich bestimmten Weg zu gehen. Ich glaube, dass ich gerade einfach getestet werde, ob ich diesen völlig neuen Weg tatsächlich will und wie viel ich dafür bereit bin zu tun. Im Moment jedoch ist jeder einzelne Schritt eine echte Mutprobe. Ja, auch das ist eine Seite des eigenen, selbstbestimmten Lebens.


WILDE WEIBLICHKEIT - ES IST NICHT IMMER EINFACH

Wenn wir von Wilder Weiblichkeit sprechen, dann meist im Zusammenhang mit Selbstliebe, einem selbstbestimmten Leben und Freiheit. Oft scheint es so, als wäre dieser Weg der heilige Gral, der alles besser macht und ja, seine eigene wilde Weiblichkeit zu leben ist ein unglaublich starker, wie ich finde, erfüllender Weg. Er ist auf jedenfall gehenswert und verbunden mit vielen wertvollen Erfahrungen. Aber nicht immer sind diese einfach zu meistern. Wilde Weiblichkeit heisst auch erbarmuslos ehrlich zu sich selbst zu sein, nicht unbedingt wertend, aber ehrlich und das wiederum bedeutet, dass wir uns unseren Ängsten stellen sollten, die uns zurückhalten und blockieren.

VERTRAUEN FINDEN  - DER INTUITION FOLGEN
Für mich persönlich bedeutet das Vertrauen zu fassen in meinen persönlichen Weg und zwar auch dann, wenn ich noch nicht das ganze Bild vor mir sehen kann. Auch dann, wenn ich noch nicht weiss wie der übernächste Schritt aussehen soll.

Die Wahrheit ist, ich kann mich nicht mehr verstellen - ich will auch gar nicht mehr. Meine Seele schreit so laut nach einem Weg, vor dem ich mich unheimlich fürchte, dass ich dennoch nicht anders kann, als zu vertauen und diesem zu folgen. Nicht wissend, wie ich das alles mit dem normalen Alltag bewerkstelligen soll. Ich möchte mich gerne brav anpassen, denn es wär alles so viel leichter, aber ich kann schlichtweg nicht (mehr). Das ist wohl der Preis dafür ein wildes, weibliches Leben führen zu können. Über seinen Schatten zu springen, seiner Intuition zu vertrauen und geschen lassen.



Krafttanken inmitten einer Metropole
Inmitten des Gewusels dieser einzigartigen Stadt gibt es einen Ort, der nicht nur so aussieht, als wäre er aus dem Kopf Tim Burtons entsprungen, sondern auch ruhig und entspannend ist, sodass man kaum glauben kann, dass er sich inmitten einer Grossstadt befindet. Überhaupt hat London ein paar wahrlich schöne Grünflächen. Eine der berühmtesten und zugleich grössten ist wohl der Hyde Park. Aber auch kleine Parks wie der Russel Square, indem sich die Kunststudenten regelmässig treffen, ist durchaus einen Besuch wert.

Der Highgate Friedhof 
Highgate befindet sich im Stadtbezirk Camden im Norden Londons und gleich oberhalb des Stadtzentrums. Vom British Museum aus sind es mit der Tube (so wird die Untergrundbahn Londons genannt) von der Haltestelle Russel Square (Blue Line) nur etwa zehn Minuten bis zur Kings Cross und von dort aus in Richtung High Barnet (Black Line) bis zur Archway Haltestelle. Danach ist es ein angenehmer zehn Minuten Spaziergang durch den Waterlow Park, der übrigens auch ganz bezaubernd ist und sich ebenso hervorragend für eine ruhige Minute eignet.

Der Friedhof besteht aus zwei Teilen, dem jüngeren, östlichen Teil und dem älteren, westlichen Teil, welcher nur geführt besichtigt werden kann. Mit einem Eintrittspreis für £8 kann man den östlichen Teil eigenständig erkunden. Wer den westlichen Teil auch sehen möchte, kann allerdings ein Ticket für £12 kaufen und hat sowohl die Tour, wie auch den Eintritt für den östlichen Teil mit inbegriffen. Ich fand die Investition hat sich allemal gelohnt.


West Cemetery 
Terry, unser Guide für den westlichen Teil der Grabstätten und der, meiner Meinung nach, so überhaupt nicht wie ein Terry aussah, sondern eher wie ein James, bewies swohl Herz wie auch Humor während der Führung. Es dauerte nicht lange, bis ich von diesem Ort genauso begeistert war wie er. Wir betraten die Egyptian Avenue, den Circle of Lebanon und die Terrace Katakomben, die ziemlich gruselig waren, vor allem nach Terry's lebhaft erzählten Geschichten.
 
 
East Cemetery
Der Ostfriedhof ist etwas weniger exzentrisch als der Westteil, aber keinesfalls weniger schön. Die meisten der alten Gräber sind von dicken Ranken umschlossen und geben dem Friedhof eine ganz besonders mystische Atmosphäre.Die berühmteste Grabstätte hier ist wohl die von Karl Marx, wobei ich gestehen muss, dass ich andere Gräber viel schöner fand als seines. Wer einen ruhigen Ort sucht um dem tosenden Lärm der Stadt zu entkommen, der wird hier auf seine Kosten kommen. Es ist herrlich durch die Natur zu gehen, dem Vogelgesang zu lauschen und, mit ein bisschen Glück, sogar einer der Nachbarschaftskatzen zu begegnen, die manchmal ganz schön frech, einige der Grabsteine für ihren Mittagsschlaf beanspruchen.

Geschichten von Geistern und Vampiren
Ich mag Friedhöfe, nicht unbedingt der Toten wegen, aber die Ruhe dort erlaubt mir meine Gedanken besonders gut zu hören. Inmitten solch friedlicher und magischer Orte sprudelt es nur so vor Geschichten in meinem Kopf und der Highate Friedhof war keine Ausnahme. Wie das Eintreten in eine andere Welt, in die Anderswelt, so kam es mir vor und wenn ich bedenke wo ich stand, ist dieser Vergleich gar nicht so weit hergeholt. Kein wunder gibt es unzählige Geistergeschichten, die sich um diesen Ort ranken. Seit den 1970er Jahren macht ausserdem das Gerücht die Runde, dass auf dem Friedhof ein echter Vampir hausen soll. Nun, begegnet bin ich ihm nicht, diesem Vampir, aber meine Fantasie hat diese Geschichte auf jeden Fall angeregt und wer weiss, vielleicht reicht diese Inspiration auch bald schon für eine kurze Geschichte.