Bewusst reisen - Meine 7 Tipps für nachhaltiges Reisen

/ Februar 10, 2019
Slow Travel heisst langsam reisen, bewusst reisen, intensiv reisen. Nachdem mir schon immer wichtig war mit offenem Geist, mutigem Herzen und allen Sinnen zu reisen, wurde mir irgendwann bewusst, dass ich wohl ein leicht anderes Bild davon hatte, wie meiner Meinung nach eine gelungene Reise auszusehen hatt, als viele andere. Ich hörte von 20-Jährigen, die schon die gesamte Welt bereist hatten, von Weltreisenden, die innerhalb kürzester Zeit den Globus umrundet haben, während wieder andere jedes zweite Wochenende in den Flieger gestiegen sind um das Wochenende am Meer zu verbringen.

Nun soll das hier nicht so klingen, als wäre das nicht in Ordnung. Natürlich darf und soll auch jeder so reisen wie, wann und wohin es ihm passt. Durch diese Gespräche wurde mir schlichtweg bewusst, dass ich ein leicht anderes Bild davon hatte, was für mich eine Reise wertvoll macht. Daraufhin habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie eine solche Reise denn überhaupt konkret aussieht, was mir dabei wichtig ist und vor allem auch, warum es völlig ok ist in diesem Fall nicht, oder sagen wir nicht immer mit dem Strom zu schwimmen.

Manche Wünsche, oder sollte ich sagen Ansprüche hatte ich schon immer. Wie zum Beispiel, dass mich mein Reiseziel kulturell und geschichtlich ansprechen soll. Ich mag Urlaub am Strand, aber nach wenigen Tagen rumliegen muss ich was Interessantes zu tun haben. Anderes wiederum kam mit dem Jahren und meinen Erfahrungen hinzu, wie zum Beispiel, dass ich im Jahr nicht gefühlt 100x in den Flieger steigen möchte, dass ich lieber Einheimische unterstütze, als Grosskonzerne, oder dass ich möglichst keine Reise machen möchte, die der Umwelt gross schadet.

Nachfolgend habe ich euch sieben Tipps aufegelistet, die ich mittlerweile für meine Auswahl möglichst nachhaltiger Reisen als wertvoll erachte. Vielleicht werden einige dieser Tipps auch euch bei der nächsten Reisewahl helfen eine vielleicht etwas andere Sichtweise und Planung zu wagen.

1. REISEZIEL
Ich suche mir mein Reiseziel sehr bewusst aus. Natürlich muss es für mich in erster Linie einen gewissen Reiz haben, aber auch andere Dinge wie zum Beispiel die Umweltpolitik und das Wohl der Einheimischen liegt mir am Herzen. Ich möchte nicht, dass es einem Ort und dessen Bewohnern oder Natur wegen meines Verschuldens schlechter geht.

Als ich letzten Frühling in Marokko war, war ich schokiert mit wie viel Abfall die ansonsten traumhafte Natur bedeckte - das wusste ich vor meiner Anreise nicht. Natürlich habe ich meine Reise trotzdem genossen, denn es war unheimlich spannend die Kultur kennenzulernen, die typischen Orte wie aus dem Bilderbuch, aber unterstützen möchte ich auf keinen Fall, dass ein Land derart verdreckt wird, erst recht nicht wegen des Tourismus. Nun, ändern konnte ich es nicht, was ich in dieser Situation tun konnte war ganz einfach darauf zu achten, dass mein Fussabdruck nicht allzugross war. In diesem Fall wusste ich also nicht, was auf mich zukommen würde und habe schlichtweg das beste draus gmacht. Von anderen Urlaubsorten weiss ich aber auch schon ohne deren Besuch, dass sie sehr verdreckt sind und meide sie daher bewusst. Grundsätzlich habe ich mir seit Marokko vorgenommen, noch bei der Auswahl meiner Reiseziele im Vornherein nochmals genauer hinzuschauen.

2. REISEART
Mach dir Gedanken über die optimalste Art zu reisen. Kannst du aufs Flugzeug verzichen? Falls ja, sehr gut! Vielleicht sogar auch aufs Auto?  Noch besser! Mir ist völlig bewusst, dass das Fliegen trotz allem manchmal ganz einfach die einzige Möglichkeit ist, denn es erspart uns oft viel Reisezeit und ist manchmal auch netter zu unserem Geldbeutel. Dieser zweite Punkt ist für mich persönlich immer einer der schwierigsten, denn viel zu oft lohnt sich dann eben doch der Flug, da habe ich wohl noch einiges an Luft nach oben um mich da besser abzustimmen. Was ich allerdings tue - immerhin - ist mit möglichst leichtem Gepäck zu fliegen, das spart nicht nur Geld, sondern auch Gewicht im Fliege. Es ist zwar nur ein kleiner Beitrag, aber hey, das ist doch besser als nichts, oder etwa nicht?

3. UNTERKUNFT
Wohne möglichst bei Einheimischen, in Grossbritannien zum Beispiel sind Bed& Breakfest sehr beliebt und äusserst empfehlenswert, auch Couchsurfing erfreut sich zunehmender beliebtheit und ermöglichst es Reisenden und Gastgebern direkt in die fremde Kultur einzutauchen. Falls das nicht so dein Fall ist suche nach Übernachtungsmöglichkeiten in lokal geführten Hotels.Mittlerweile gibt es  verschiedene Nachhaltigkeitslabels, die einem das Leben als umweltbewussten Touristen zumindest etwas vereinfachen (schau mal hier).

4. QUALITÄT VOR QUANTITÄT
Mein Entscheid langsamer reisen zu wollen führte ganz automatisch dazu, dass ich weniger oft im Jahr auf Reisen gehe, dafür aber länger an einem Ort bleibe und meine Reise intensiver erlebe. Das kann ich nur jedem empfehlen, denn meiner Meinung nach macht die Qualität dieser Reisen jede Schnellreise problemlos wett. Genügend Zeit zur Verfügung zu haben um Einheimische kennenzulernen und richtig in die Kultur einzutauchen ist mehr wert, als jede Kurzreise, bei der man nur mal eben an der Oberfläche kratzt.

5. UNTERSTÜTZE DIE EINHEIMISCHEN - ZAHLE EINEN FAIREN PREIS
Damit meine ich nicht sich am Marokkanischen Bazar über den Tisch ziehen zu lassen, aber eben auch nicht auf Teufel-komm-raus immer das allerbilligste kaufen zu müssen. Ich bin der Meinung wer es sich leisten kann zu reisen und unbedingt noch ein Souvenir kaufen möchte, der sollte auch in der Lage sein den Einheimischen einen fairen Preis zu zahlen.

6. TOURISTENATTRAKTIONEN UND AUSFLÜGE
Unterstütze lieber Projekte, die für Schutz und Arterhaltung stehen, anstatt Tourismusattraktionen in Zoos wie zum Beispiel Delfinschau oder Elefantenreiten. Es gibt zum Beispiel Möglichkeiten Meeresbiologen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, dabei kann man nicht nur Meerestiere beobachten, sondern auch einiges über die Erforschung und das Leben der Tiere erfahren. Aber auch wenn du auf spontane Entdeckungstour gehst, überlege dir ob es möglich ist das ohne Auto zu schaffen. Vielleicht zu Fuss, Mit dem Zug, dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

7. UMWELTFREUNDLICH
Achte auf umweldfreundliche Reiseausrüstung, aber auch darauf, ob es eine Möglichkeit gibt Müll zu reduzieren. Gerade in Ländern in denen man zum Beispiel kein Leitungswasser trinken kann, läuft man Gefahr rasch viel Plastikmüll zu verursachen. Überlege dir mal ob es möglich ist den irgendwie zu vermeiden? Vielleicht durch eine Trinkflasche aus Glas? Dasselbe gilt natürlich für Besteck und Teller. Aber auch schon beim Beginn der Reise kann es umweltfreundlicher zugehen, indem du zum Beispiel statt eines ausgedruckten Flugtickets ein digitales verwendest, dasselbe ist natürlich auch bei Hotel- oder anderen Reisebestätigungen möglich.

Natürlich gibt es noch weitere Punkte und Ideen eine nachhaltige Reisephilosophie zu unterstützen, vielleicht magst du die eine oder andere Idee mit mir teilen? Wenn du überdies gerne herausfinden möchtest wie nachhaltig deine Reisegewohnheiten jetzt schon sind, dann kannst du den Reisecheck machen. In diesem Sinne wünsche ich dir viel Vergnügen beim Planen deines nächsten Abenteuers.


Slow Travel heisst langsam reisen, bewusst reisen, intensiv reisen. Nachdem mir schon immer wichtig war mit offenem Geist, mutigem Herzen und allen Sinnen zu reisen, wurde mir irgendwann bewusst, dass ich wohl ein leicht anderes Bild davon hatte, wie meiner Meinung nach eine gelungene Reise auszusehen hatt, als viele andere. Ich hörte von 20-Jährigen, die schon die gesamte Welt bereist hatten, von Weltreisenden, die innerhalb kürzester Zeit den Globus umrundet haben, während wieder andere jedes zweite Wochenende in den Flieger gestiegen sind um das Wochenende am Meer zu verbringen.

Nun soll das hier nicht so klingen, als wäre das nicht in Ordnung. Natürlich darf und soll auch jeder so reisen wie, wann und wohin es ihm passt. Durch diese Gespräche wurde mir schlichtweg bewusst, dass ich ein leicht anderes Bild davon hatte, was für mich eine Reise wertvoll macht. Daraufhin habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie eine solche Reise denn überhaupt konkret aussieht, was mir dabei wichtig ist und vor allem auch, warum es völlig ok ist in diesem Fall nicht, oder sagen wir nicht immer mit dem Strom zu schwimmen.

Manche Wünsche, oder sollte ich sagen Ansprüche hatte ich schon immer. Wie zum Beispiel, dass mich mein Reiseziel kulturell und geschichtlich ansprechen soll. Ich mag Urlaub am Strand, aber nach wenigen Tagen rumliegen muss ich was Interessantes zu tun haben. Anderes wiederum kam mit dem Jahren und meinen Erfahrungen hinzu, wie zum Beispiel, dass ich im Jahr nicht gefühlt 100x in den Flieger steigen möchte, dass ich lieber Einheimische unterstütze, als Grosskonzerne, oder dass ich möglichst keine Reise machen möchte, die der Umwelt gross schadet.

Nachfolgend habe ich euch sieben Tipps aufegelistet, die ich mittlerweile für meine Auswahl möglichst nachhaltiger Reisen als wertvoll erachte. Vielleicht werden einige dieser Tipps auch euch bei der nächsten Reisewahl helfen eine vielleicht etwas andere Sichtweise und Planung zu wagen.

1. REISEZIEL
Ich suche mir mein Reiseziel sehr bewusst aus. Natürlich muss es für mich in erster Linie einen gewissen Reiz haben, aber auch andere Dinge wie zum Beispiel die Umweltpolitik und das Wohl der Einheimischen liegt mir am Herzen. Ich möchte nicht, dass es einem Ort und dessen Bewohnern oder Natur wegen meines Verschuldens schlechter geht.

Als ich letzten Frühling in Marokko war, war ich schokiert mit wie viel Abfall die ansonsten traumhafte Natur bedeckte - das wusste ich vor meiner Anreise nicht. Natürlich habe ich meine Reise trotzdem genossen, denn es war unheimlich spannend die Kultur kennenzulernen, die typischen Orte wie aus dem Bilderbuch, aber unterstützen möchte ich auf keinen Fall, dass ein Land derart verdreckt wird, erst recht nicht wegen des Tourismus. Nun, ändern konnte ich es nicht, was ich in dieser Situation tun konnte war ganz einfach darauf zu achten, dass mein Fussabdruck nicht allzugross war. In diesem Fall wusste ich also nicht, was auf mich zukommen würde und habe schlichtweg das beste draus gmacht. Von anderen Urlaubsorten weiss ich aber auch schon ohne deren Besuch, dass sie sehr verdreckt sind und meide sie daher bewusst. Grundsätzlich habe ich mir seit Marokko vorgenommen, noch bei der Auswahl meiner Reiseziele im Vornherein nochmals genauer hinzuschauen.

2. REISEART
Mach dir Gedanken über die optimalste Art zu reisen. Kannst du aufs Flugzeug verzichen? Falls ja, sehr gut! Vielleicht sogar auch aufs Auto?  Noch besser! Mir ist völlig bewusst, dass das Fliegen trotz allem manchmal ganz einfach die einzige Möglichkeit ist, denn es erspart uns oft viel Reisezeit und ist manchmal auch netter zu unserem Geldbeutel. Dieser zweite Punkt ist für mich persönlich immer einer der schwierigsten, denn viel zu oft lohnt sich dann eben doch der Flug, da habe ich wohl noch einiges an Luft nach oben um mich da besser abzustimmen. Was ich allerdings tue - immerhin - ist mit möglichst leichtem Gepäck zu fliegen, das spart nicht nur Geld, sondern auch Gewicht im Fliege. Es ist zwar nur ein kleiner Beitrag, aber hey, das ist doch besser als nichts, oder etwa nicht?

3. UNTERKUNFT
Wohne möglichst bei Einheimischen, in Grossbritannien zum Beispiel sind Bed& Breakfest sehr beliebt und äusserst empfehlenswert, auch Couchsurfing erfreut sich zunehmender beliebtheit und ermöglichst es Reisenden und Gastgebern direkt in die fremde Kultur einzutauchen. Falls das nicht so dein Fall ist suche nach Übernachtungsmöglichkeiten in lokal geführten Hotels.Mittlerweile gibt es  verschiedene Nachhaltigkeitslabels, die einem das Leben als umweltbewussten Touristen zumindest etwas vereinfachen (schau mal hier).

4. QUALITÄT VOR QUANTITÄT
Mein Entscheid langsamer reisen zu wollen führte ganz automatisch dazu, dass ich weniger oft im Jahr auf Reisen gehe, dafür aber länger an einem Ort bleibe und meine Reise intensiver erlebe. Das kann ich nur jedem empfehlen, denn meiner Meinung nach macht die Qualität dieser Reisen jede Schnellreise problemlos wett. Genügend Zeit zur Verfügung zu haben um Einheimische kennenzulernen und richtig in die Kultur einzutauchen ist mehr wert, als jede Kurzreise, bei der man nur mal eben an der Oberfläche kratzt.

5. UNTERSTÜTZE DIE EINHEIMISCHEN - ZAHLE EINEN FAIREN PREIS
Damit meine ich nicht sich am Marokkanischen Bazar über den Tisch ziehen zu lassen, aber eben auch nicht auf Teufel-komm-raus immer das allerbilligste kaufen zu müssen. Ich bin der Meinung wer es sich leisten kann zu reisen und unbedingt noch ein Souvenir kaufen möchte, der sollte auch in der Lage sein den Einheimischen einen fairen Preis zu zahlen.

6. TOURISTENATTRAKTIONEN UND AUSFLÜGE
Unterstütze lieber Projekte, die für Schutz und Arterhaltung stehen, anstatt Tourismusattraktionen in Zoos wie zum Beispiel Delfinschau oder Elefantenreiten. Es gibt zum Beispiel Möglichkeiten Meeresbiologen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, dabei kann man nicht nur Meerestiere beobachten, sondern auch einiges über die Erforschung und das Leben der Tiere erfahren. Aber auch wenn du auf spontane Entdeckungstour gehst, überlege dir ob es möglich ist das ohne Auto zu schaffen. Vielleicht zu Fuss, Mit dem Zug, dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

7. UMWELTFREUNDLICH
Achte auf umweldfreundliche Reiseausrüstung, aber auch darauf, ob es eine Möglichkeit gibt Müll zu reduzieren. Gerade in Ländern in denen man zum Beispiel kein Leitungswasser trinken kann, läuft man Gefahr rasch viel Plastikmüll zu verursachen. Überlege dir mal ob es möglich ist den irgendwie zu vermeiden? Vielleicht durch eine Trinkflasche aus Glas? Dasselbe gilt natürlich für Besteck und Teller. Aber auch schon beim Beginn der Reise kann es umweltfreundlicher zugehen, indem du zum Beispiel statt eines ausgedruckten Flugtickets ein digitales verwendest, dasselbe ist natürlich auch bei Hotel- oder anderen Reisebestätigungen möglich.

Natürlich gibt es noch weitere Punkte und Ideen eine nachhaltige Reisephilosophie zu unterstützen, vielleicht magst du die eine oder andere Idee mit mir teilen? Wenn du überdies gerne herausfinden möchtest wie nachhaltig deine Reisegewohnheiten jetzt schon sind, dann kannst du den Reisecheck machen. In diesem Sinne wünsche ich dir viel Vergnügen beim Planen deines nächsten Abenteuers.


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Ihr Lieben, heute nehme ich euch mit in die Welt der Body Positivity – einem Begriff, der immer mehr ins Bewusstsein der Menschen tritt. In einer Zeit, in der Selfies zur Tagesordnung gehören und Selbstprofilierung schon fast als Zwangsstörung deklariert werden kann, scheint es immer schwieriger authentisch zu sein. Alles scheint perfekt, das Umfeld, der Job, die Familie, man selbst - das ganze Leben. Als schreie das Social Media Profil förmlich „schaut her, ich habe das Leben wovon du träumst“ und wenn man ganz geschickt ist, dann macht man daraus ein Online-Business, das den scheinbar weniger Glücklichen helfen soll ein ebenso perfektes Leben zu führen.

Das hat allerdings einen Haken, es zeigt nicht wie viel Arbeit hinter all dem steckt, ebenso wenig zeigt es wieviel diese Menschen oft aufgeben mussten um „das scheinbar perfekte Leben zu führen“. Immer auf Reisen, keine Verpflichtungen, die Welt erkunden – klingt schön ja, aber eben auch praktisch nie die Familie sehen, nicht in der Heimat leben können weil zu teuer, und wenn man das ganze Jahr auf Reisen ist, na ja auch das muss einem gefallen, denn das ist ganz schön anstrengend und, wenn man oft fliegt auch noch äusserst umweltschädlich. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die auf Instagram und Co gezeigten Fotos und Videos natürlich nur ein Bruchteil dessen sind, was sich hinter den Kulissen abspielt. Ich will nicht sagen, dass es den Menschen, die ein ebensolches Leben führen nicht gut geht, für einige mag das durchaus stimmen und vielleicht sogar tatsächlich das ideale leben sein, aber eben nur für sie und nicht automatisch auch für alle anderen. Doch so wird es in den Sozialen Medien leider sehr oft dargestellt - lebe so, oder gar nicht.

Wie ihr wisst bin ich für mehr Authentizität in der Online Welt, dazu gehört eben auch, dass mal was schief geht, dass man nicht immer himmelhochjauchzend auf einer rosaroten Wolke durch den Alltag schwebt und, dass man den Strandurlaub auch ohne perfekten Körper in vollen Zügen geniessen kann. Weiter noch, dass ein nicht perfektes Leben ebenso lebenswert ist, wie ein scheinbar perfektes. 

Wenn es ums Thema Body Positivity geht beginnt der Artikel meist mit einer rührenden Geschichte aus der Kindheit, doch das möchte ich euch an dieser Stelle ersparen. Stattdessen will ich euch lieber etwas aus meinem aktuellen Alltag berichten. Seit einiger Zeit absolviere ich einen Kurs im Bereich der Positiven Psychologie. Diese beschäftigt sich mit der Frage was für uns Menschen das Leben eigentlich lebenswert macht und wie wir unseren Alltag so gestalten können, damit wir zufriedener und resilienter werden. Mit dieser Ausgangslage ist die Positive Psychologie, im Gegensatz zur klassischen Psychologie, die sich vor allem damit befasst, wie das Leben weniger schrecklich wird, revolutionär.

In diesem Kurs also lerne ich, was wir Menschen in unserem Leben brauchen um es und somit auch um uns selbst zu mögen. Nun, dabei stellt sich heraus, dass Selbstdarstellung, Anzahl Follower oder gar Perfektionismus nicht dazu gehören. In dem von Dr. Seligman erschaffenen PERMA-Modell betrifft keines der Bereiche unser Aussehen, unseren Körper und schon gar nicht unser Gewicht. Was zeigt uns das? Das alles, was im Internet so wichtig zu sein scheint, gar nicht ausschlaggebend ist um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.

Unglücklich wegen unseres Aussehens oder unseres Gewichtes sind wir in vielen Fällen nur, weil wir glauben anders sein zu müssen. Wir glauben wir seien so wie wir tatsächlich sind, nicht in Ordnung. Doch anstatt uns auf vermeintliche Schwächen zu konzentrieren sollten wir uns lieber auf unsere Stärken konzentrieren, Charakterstärken ebenso wie körperliche Stärken. Was finde ich besonders gut an mir? Was finde ich schön? Worin bin ich gut?

Diesen Fragen werde ich in den nächsten Monaten vermehrt auf den Grund gehen und lade dich, lieber Leser, ein dir selst diese Fragen zu beantworten. Worin bist du gut? Was magst du besonders an dir und warum? Wie behandelst du dich und deinen Körper? Ehrst du deinen Körper?

Zauberhafte Grüsse
Nicky

Body Positivity

by on Februar 02, 2019
Ihr Lieben, heute nehme ich euch mit in die Welt der Body Positivity – einem Begriff, der immer mehr ins Bewusstsein der Menschen tritt. I...
Hallo ihr Lieben, ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet! Bei uns ging es ziemlich ruhig zu mit leckerem Essen, spannenden Gesprächen und einem guten Film im Anschluss. Das Vergangene Jahr war eine ganz schön grosse Herausforderung für mich, weshalb ich mich dankbar und voller Elan ins neue Jahr begebe (nein, ich stürze mich nicht, ich begebe mich ganz bewusst - auch das, eine der gelernen Lektionen 2018).

Überhaupt war ich während der vergangenen Monate damit beschäftigt das Thema Slow Living und Slow Traveling mehr und mehr in meinen Alltag zu integrieren, dazu wird es auf Ard de vivre dieses Jahr noch einiges zu lesen geben. Mein erster Artikel zum Thema Slow Travel steht sogar schon in den Startlöchern, da braucht es nur noch den Feinschliff, danach kann ich ihn mit euch teilen.

In den letzten Wochen des vergangenen Jahres habe ich den ein oder anderen Blick zurückgeworfen und dankbar festgestellt wieviel Wunderbares ich bisher schon erleben durfte. Jetzt, mit 30 sehe ich vieles anders, nehme das Leben gelassener, lasse mich viel weniger von der Meinung anderer beeinflussen. Ja, ich bin bereit. Bereit für einen neuen Lebensabschnitt, bereit all die wunderbaren, furchteinflössenden, spannenden, aufregenden Abenteuer zu erleben, bereit für 2019.

Da bleibt mir nur noch eines übrig zu sagen und zwar: Bring it on 2019! Und ich hoffe natürlich ihr seid auch wieder mit dabei.

Habt alle einen zauberhaften Abend.

Eure Nicky

Let's talks about 2019

by on Januar 16, 2019
Hallo ihr Lieben, ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet! Bei uns ging es ziemlich ruhig zu mit leckerem Essen, spannenden ...

Ihr Lieben,

Das Jahr ist fast zu Ende und somit auch mein erstes bewusst gelebtes konsmbewusstes Jahr. Was habe ich dabei erlebt, was viel mir leicht, was eher schwer? Was hat gar nicht funktioniert? Nun, ich muss gestehen, dass ab Sommer 2018 mein Leben ganz schön aus den Fugen geraten ist, ab da war ich ehrlich gesagt mit vielen anderen Dingen beschäftigt, nur nicht mit dem Thema Konsumbewusstsein. Obwohl, so ganz stimmt das auch wieder nicht, denn ich habe im ersten Halbjahr ziemlich viel in meinen Alltag integriert, was ich auch im zweiten Halbjahr relativ Mühelos umgesetzt habe.

Achtsamkeit auch beim Konsumthema
Seit Ende Oktober besuche ich einen MBSR-Kurs nach Jon Kabat-Zinn, einem  Professor der University of Massachusetts, der sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema der Achtsamkeit auseinandersetzt und eben der Gründer der Mindfulness based stress reduction, was soviel heisst wie Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Da lerne ich nicht nur verschiedene Meditations - und Yogatechniken, sondern eben auch mehr Achtsamkeit ins alltägliche Leben zu bringen. Diese Achtsamkeit lässt sich unter anderem natürlich auch sehr gut aufs Thema Konsumbewusstsein übertragen und das klappt mittlerweile in vielen Alltagssituationen schon recht gut. Über meine Fortschritte und Erfahrungen bezüglich Kurs berichte ich übrigens auf meiner Webseite www.nicoleardin.ch

Made ins plastic - it's fantastic?
Das Problem mit dem Plastik, na ja, daran habe ich nach wie vor gan schön zu beissen. Aber und das ist ja schon mal ein Anfang, ich verwende für den Kauf von Gemüse und Obst ausschliesslich meine wiederverwendbaren Beutel, was den Rest des Einkaufs angeht, wenn möglich natürlich unschädlich für die Umwelt, aber das ist eben noch ganz schön schwierig zum Teil. Auch bei Pflegeprodukten und Kosmetik achte ich auch möglichst auf wiederverwendbare Verpackung, allerdings wird das oft ganz schön teuer. Ich versuche also so sparsam wie möglich zu sein und versuche ausserdem mit selbstgemachter Pflege ein wenig Ausgleich zu schaffen.


Meine Anfangsliste 2018:
  • Keine neuen Dekoartikel kaufen: Das hat sehr gut funktioniert, hat mir praktisch überhaupt nicht gefehlt
  • Keine Plastiksäcke: Konnte ich ganz gut umsetzen
  • Plastik allgemein: siehe Text oben, es ist ein Prozess, ich konnte aber schon einiges umsetzen
  • Kleider: auch das fiel mir nicht besonders schwer, ich habe dieses Jahr nicht viel gekauft und darauf geachtet, dass ich es nur kaufe, wenn es wirklich nötig war
  • Mehr Selbstgemachtes: Das hat definitiv noch grosses Verbesserungspotential und eigentlich möchte ich grösstenteils der nicht vorhandenen Zeit die Schuld in die Schuhe schieben. Aber ja, ich hätte das eine oder andere Mal bestimmt meine Zeit besser planen können. Was mir schon immer sehr wichtig war, war das Kochen. Bei uns wurde schon immer viel Wert auf frisch Gekochtes gelegt, auch das braucht Zeit und ist ja auch eine Art "selbstgemacht", wenn man so will.
  • Weniger Zucker: Das hat mässig geklappt, eine Weile ging es problemlos und dann auf einmal hatte ich richtig das Gefühl, dass ein absoluter Mangel besteht. Das Thema werde ich im kommenden Jahr auf jeden Fall nochmals aufgreifen

Im Grossen uns Ganzen bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Sich hier zu sehr unter Druck zu setzen wäre wohl eher kontraproduktiv und ich möchte ja auch in Zukunft Spass dran haben noch mehr umzusetzen. Auch im 2019 werde ich mich weiterhin mit dem Thema befassen und versuchen Neues umzusetzern, aber natürlich auch beizubehalten, was ich mich in diesem Jahr schon erarbeitet habe. Wie sieht es bei dir aus? Hast du dir schon mal Gedanken über dein Konsumverhalten gemacht, vielleicht schon mal was daran geändert?

Euch allen wünsche ich eine zauberhafte Restwoche.

Stay weird. Stay wild.
Nicky


Weitere Artikel zum Thema:

Viel Zeit ist vergangen, seitdem ich diesen Blog ins Leben gerufen habe. Davor führte ich ihn schon unter dem Namen Both Sides of Life, später unter Woman Up - bis dann feststand, dass Ard de vivre der perfekte Name für diesen Ort sein würde. Auch heute passt er noch wunderbar und ja, das Schreiben ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.

Nachdem ich fast fünf Jahre als Reisebloggerin tätig war, davon etwa drei Jahre Nebenberuflich, hat sich in der Zwischenzeit allerdings einiges in meinem Bloggeralltag geändert. So habe ich schon im März angekündigt, meinen Blog künftig nur noch rein privat zu führen. Mittlerweile ist somit auch die Kooperationsseite des Blogs weggefallen, was Unternehmen bisher allerdings nicht daran gehindert hat mir immer wieder Kooperationsanfragen für alles mögliche zu schicken - doch das ist ein anderes Thema.

Gründe, nicht als Reisebloggerin zu arbeiten
Natürlich hatte ich meine Gründe zu dieser Entscheidung, wovon einer schlichtweg war, dass mir die Bloggerszene, insbesondere die Reisebloggerszene schon seit längerem zu oberflächlich wurde. Okay, zugegeben, vieles hier im Netz ist oberflächlich, erst recht wenn es ums Geld geht und das weiss ich natürlich nicht erst seit meiner Ausbildung im Bereich Online und Social Media Marketing. Wobei diese mir sicher noch einen viel tieferen Einblick in das ganze Geschehen gegeben hat und dafür bin ich dankbar. Auf der anderen Seite wurde mir aber auch bewusst, dass mich Followerzahlen und Klicks einen Dreck interessieren und dass gerade im Bereich Reisen das Ländersammelvirus hoch im Kurs steht. Dieses Ländersammel-Statussymbol-Dings war noch nie meines (wie du hier nachlesen kanst), weil ich ganz einfach aus anderen Gründen reise und das passt natürlich nicht ins Mainstream-Prinzip der sogenannten "Influencer". Was natürlich völlig okay ist, mich dann aber irgendwann zu einem Punkt gebracht hat, an dem ich mich entscheiden musste, welchen Weg ich zukünftig gehen möchte. Deshalb hab ich mich entschieden mir selbst treu zu bleiben und da ich glücklicherweise nicht aufs Bloggergeld angewiesen bin um meine Rechnungen zu bezahlen, ging die Umsetzung dieses Entscheids auch ziemlich schnell. Mit diesem Entscheid schenke ich mir selbst wieder völlige Freiheit worüber und wie oft ich schreiben möchte.

Fokus - eine neue Perspektive
Der andere Hauptgrund ist, dass sich für mich derzeit privat, wie auch beruflich sehr viel am verändern ist. Neben meinem Hauptjob, werde ich nächstes Jahr mit dem Studium beginnen, deshalb soll meine Freizeit, insbesondere während meiner Reisen auch Freizeit bleiben, das ist mir für meinen Ausgleich und mein Wohlbefinden wichtig. Meinen Hauptfokus werde ich deshalb in Zukunft auf meine neue berufliche Richtung setzen, die sich um positive Psychologie, ganzheitliches Wohlbefinden und eine achtsame Lebensweise drehen wird und über die ich ab nächstem Jahr auf www.nicoleardin.ch berichten werde.

Netter Nebeneffekt - Asocial Media sein
Als netter Nebeneffekt meines Entscheides reise ich seit August diesen Jahres ohne Zwang auf Social Media präsent sein zu müssen. Tatsächlich war ich ab da nur noch sehr selten Online in mienem Urlaub und das war verdammt schön. Kein Followerzwang und einfach mal für sich sein - fernab der ständigen Erreichbarkeit. Natürlich wird es auch in Zukunft ab und an mal Fotos meiner Reisen geben, doch dann eben nur noch weil ich gerade Lust drauf habe, weil es passt und nicht, weil ich muss.

Wie sehen meine Reiseberichte in Zukunft aus? 
Ich reise nach wie vor gerne und werde auch in Zukunft über einiges berichten, was mir auf meinen Reisen begegnet - aber das eben nur noch rein privat, aus Spass am Teilen und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Da ich dabei bin mein Projekt #langsamERleben in die Wege zu leiten, bei dem es um Achtsamkeit im Alltag und Wohlbefinden gehen wird, werde ich dies auch hier auf dem Blog praktizieren und langsamer Reisen. Nicht so viele Orte, dafür mehr geniessen und erfahren – mehr in die Kultur und Geschichte des Ortes eintauchen.

Ich wünsche dir einen zauberhaften Start ins Wochenende.

Stay weird. Stay wild.
Nicky

«Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste»

Tatsächlich? Ne, auf meiner Liste steht nicht jedes Land. Auch wenn jeder Ort bestimmt spannendes zu bieten hat, habe ich schlichtweg keine Lust überall hinzufahren – muss ich zum Glück aber auch nicht. Den oben erwähnten Satz hört man trotzdem immer öfter. Dieser Ländersammelvirus ist zu einem regelrechten Statussymbol geworden – je mehr Länder man in möglichst jungen Jahren schon "in der Tasche hat", umso cooler ist man. Ehrlich jetzt? Gibt’s dafür ‘nen Orden?

Ich bin ehrlich, ich verstehen den Reiz dabei nicht ganz. Nein, ich muss mich anders ausdrücken, den Reiz zu reisen, Neues zu erfahren und den eigenen Horizont zu erweitern verstehe ich voll und ganz. Aber ist das denn tatsächlich der Fall, wenn man jedes Land der Erde mal kurz berührt hat? Denn wirklich erleben kann man einen Ort in nur 48 Stunden, meiner bescheidenen Meinung nach, nicht. Das ist dann wohl eher das berühmte Kratzen an der Oberfläche, mehr nicht. Was genau ist daran der Reiz? Vielleicht ein erstes Beschnuppern und wenn’s einem gefällt fährt man nochmal hin? Gut mögilch, denn die vorhandene Zeit ist zugegebenermassen manchmal schon sehr begrenzt. Trotzdem so wirklich prickelnd finde ich die Vorstellung nicht, denn wann immer ich nur kurz an einem Ort bin, empfinde ich die Reise nie als besonders befriedigend. Aber vielleicht brauche ich persönlich auch einfach etwas länger um wirklich an einem Ort anzukommen, womöglich gelingt das anderen auf Anhieb.

NACHHALTIGER TOURISMUS
Ausserdem habe ich da noch ein anderes Anliegen während meiner Reisen. Respekt für Mensch und Natur sind mir wichtig, auch während ich die Welt erkunde und wie wir alle wissen, kann unüberlegtes Reisen auch ganz schön viel Schaden anrichten. 

Was Slow travel für mich bedeutet:
  • Sich mehr Zeit nehmen einen Ort zu erkunden
  • Bewusster planen, wie der Ort erkundet werden soll (möglichst umweltschonend)
  • Fernab der Massen reisen, Lokale Unternehmen unterstützen
  • Sich Zeit nehmen um Land und Kultur zu erfahren

Deshalb habe ich für mich beschlossen in Zukunft bewusster mit dem Thema umzugehen, und weniger oft, dafür aber langsamer und intensiver zu reisen. Für mich ist das sozusagen der Schritt ins nächste Level "Reisen mit allen Sinnen". In meinem Artikel Reist du noch oder erlebst du schon hatte ich das Thema schon mal kurz angsprochen und nachdem ich dieses Jahr viel öfter in den Flieger gestiegen bin, als ich eigentlich gerne wollte, will ich künftig bewusster reisen. Wie ich das bewerkstelligen werde und wie leicht oder vielleicht auch schwer es mir fallen wird, darüber werde auf dem Blog berichten.

Vielleicht möchtet ihr miche in Stück weit begleiten und wir können voneinander lernen?

Zauberhafte Grüsse
Nicky

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Die Magie des Herbstes hält langsam aber sicher Einzug. Die Nächte werden kühler und Morgens hängt dichter Nebel über dem Boden. Nach und nach verfärben sich auch die Blätter  - die Natur wird noch einmal so richtig bunt, bevor sie sich gänzlich in Grautöne hüllt.

Ich liebe diese erdige, etwas schwerere Stimmung und fühle mich wohl und geborgen in ihr. Zumindest solange bis es derart kalt wird, dass die Kälte so richtig tief in die Knochen dringt. Doch im Moment ist es ganz einfach noch genau richtig. Das geniesse ich schon früh morgens, wenn ich noch im Bett liege, eingehüllt in meine warme Decke und nur meine Nase die Kälte spürt, die durchs halboffene Fenster dringt. Später, auf dem Weg zur Arbeit, entdecke ich die Schönheit der Natur jeden Tag aufs Neue. Mit etwas Glück begrüsst mich Familie Schwan mit ihrem Kleinen und etwas weiter begrüsse ich den Holunder, der meist unscheinbar am Wegesrand steht - ausgenommen während seiner Blühte- und Früchtezeit, wenn er mit Duft und Farben die Blicke auf sich zieht. Warum begrüsst die den Holunderbusch, fragt ihr euch?

Der Holunder (auch Holler, Hollerbusch oder Holder) gilt im deutschsprachigen Raum, aber zum Beispiel auch in England seit jeher als heiliger Baum. Sein Name leitet sich vom althochdeutschen Holuntar bzw. Holun ab und bedeutet soviel wie hohl, heilig, günstig, gnädig. Noch heute kennen wir den Begriff hold, besonders im Zusammenhang mit holde Maid und meinen damit eine hübsch, liebliche, wohlgesinnte junge Frau. Wer unter dem Holunder Platz nimmt, so sagt man, könne ganz leicht in die Anderswelt reisen und mit Naturwesen sprechen. Er ist sozusagen ein Tor zur Anderswelt. Doch warum schreibt man gerade dem Holunder diese Macht zu, warum gilt er als heilig?
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Er ist der Baum der Frau Holle, die weit mehr ist als die  weitläufig bekannte Märchen- und Sagenfigur.  Sie ist die Erdgöttin, die in mancher Gestalt erscheint. Oft wird sie als altes Weib mit langen Zähnen beschrieben, die etwas gfürchig (unheimlich) aussieht. Im Märchen ist sie es, die über das Wetter entscheidet, aber auch sie entscheidet, ob der Mensch, der in die Unterwelt gelangt, auch wieder ins Diesseits zurückkehren darf. Sie gilt somit als Wächterin über Leben und Sterben. Sie gibt die Samen frei, die wachsen und gedeihen und nimmt die Toten wieder zurück in ihr Reich. So glaubten die Kelten und Germanen, dass im Hollerbusch die Hollermutter (engl. Elder Mother), als guter Geist wohnt, der negative Energien bannen konnte. Aus diesem Grund galt es dem Holunder immer mit sehr viel Respekt gegenüberzutreren. Den Holunder einfach so zu schneiden galt als Unheilbringend. So besagt ein alter Spruch: "willst du aus dem Leben scheiden, sollst du den Holunder schneiden". Wer das Holz des Holunders verwenden wollte, der hatte Mutter Holunder erst darum zu bitten. Eine alte Bitte lautet daher: "Frau Holder gib mir was von deinem Holz, dann will ich dir von meinem auch was geben, wenn es wächst im Walde."

NATÜRLICH GESUND
Doch nicht nur mythologisch, sondern auch in der phytotherapie ist der Holunder (Schwarzer Holunder, lat. Sambucus nigra) ein wertvoller Verbündeter. Die schweisstreibenden, fiebersenkenden und schleimlösenden Holunderblüten gelten schon seit Jahrhunderten als Allheilmittel. Das ätherische Öl der Holunderblüten wirkt entzündungshemmend und immunstimulierend.

Aber auch seine Beeren sind u.a. reich an Vitamin C, welches das Immunsystem Stärkt und wertvoll für den Stoffwechsel ist. Sie helfen dem Körper nicht nur den Cholesterinspiegel zu senken, sondern auch Eisen besser aufzunehmen. Ausserdem enthält ihr Saft einen hohen Anteil an Gerbstoffen. Doch Vorsicht rohe Holunderbeeren wirken nicht nur leicht abführend, sie sind auch giftig.

Jeden Morgen, wenn ich am Holunder vorbeigehe, halte ich einen kurzen Moment inne und erinnere mich an all die alten Überlieferungen. Mit der dunklen Jahreszeit beginnt auch wieder die Zeit, in der wir uns vor dem warmen Kaminfeuer Märchen, alte Sagen und Legenden erzählen und dabei, wer weiss, sogar noch das eine oder andere lernen können. Witeres zur Verwendung des Holunder, sowie genaue Rezepturen finden sich u.a. auf folgender Seite: heilkräuter.de/Holunder

Ihr Lieben, isch wünsche euch einen zauberhaften Start in die neue Woche. :)


Herbstgrüsse vom Holunder

by on Oktober 01, 2018
Bildquelle Die Magie des Herbstes hält langsam aber sicher Einzug. Die Nächte werden kühler und Morgens hängt dichter Nebel über dem...