Herbstgrüsse vom Holunder

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Die Magie des Herbstes hält langsam aber sicher Einzug. Die Nächte werden kühler und Morgens hängt dichter Nebel über dem Boden. Nach und nach verfärben sich auch die Blätter  - die Natur wird noch einmal so richtig bunt, bevor sie sich gänzlich in Grautöne hüllt.

Ich liebe diese erdige, etwas schwerere Stimmung und fühle mich wohl und geborgen in ihr. Zumindest solange bis es derart kalt wird, dass die Kälte so richtig tief in die Knochen dringt. Doch im Moment ist es ganz einfach noch genau richtig. Das geniesse ich schon früh morgens, wenn ich noch im Bett liege, eingehüllt in meine warme Decke und nur meine Nase die Kälte spürt, die durchs halboffene Fenster dringt. Später, auf dem Weg zur Arbeit, entdecke ich die Schönheit der Natur jeden Tag aufs Neue. Mit etwas Glück begrüsst mich Familie Schwan mit ihrem Kleinen und etwas weiter begrüsse ich den Holunder, der meist unscheinbar am Wegesrand steht - ausgenommen während seiner Blühte- und Früchtezeit, wenn er mit Duft und Farben die Blicke auf sich zieht. Warum begrüsst die den Holunderbusch, fragt ihr euch?

Der Holunder (auch Holler, Hollerbusch oder Holder) gilt im deutschsprachigen Raum, aber zum Beispiel auch in England seit jeher als heiliger Baum. Sein Name leitet sich vom althochdeutschen Holuntar bzw. Holun ab und bedeutet soviel wie hohl, heilig, günstig, gnädig. Noch heute kennen wir den Begriff hold, besonders im Zusammenhang mit holde Maid und meinen damit eine hübsch, liebliche, wohlgesinnte junge Frau. Wer unter dem Holunder Platz nimmt, so sagt man, könne ganz leicht in die Anderswelt reisen und mit Naturwesen sprechen. Er ist sozusagen ein Tor zur Anderswelt. Doch warum schreibt man gerade dem Holunder diese Macht zu, warum gilt er als heilig?
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Er ist der Baum der Frau Holle, die weit mehr ist als die  weitläufig bekannte Märchen- und Sagenfigur.  Sie ist die Erdgöttin, die in mancher Gestalt erscheint. Oft wird sie als altes Weib mit langen Zähnen beschrieben, die etwas gfürchig (unheimlich) aussieht. Im Märchen ist sie es, die über das Wetter entscheidet, aber auch sie entscheidet, ob der Mensch, der in die Unterwelt gelangt, auch wieder ins Diesseits zurückkehren darf. Sie gilt somit als Wächterin über Leben und Sterben. Sie gibt die Samen frei, die wachsen und gedeihen und nimmt die Toten wieder zurück in ihr Reich. So glaubten die Kelten und Germanen, dass im Hollerbusch die Hollermutter (engl. Elder Mother), als guter Geist wohnt, der negative Energien bannen konnte. Aus diesem Grund galt es dem Holunder immer mit sehr viel Respekt gegenüberzutreren. Den Holunder einfach so zu schneiden galt als Unheilbringend. So besagt ein alter Spruch: "willst du aus dem Leben scheiden, sollst du den Holunder schneiden". Wer das Holz des Holunders verwenden wollte, der hatte Mutter Holunder erst darum zu beten. Eine alte Bitte lautet daher: "Frau Holder gib mir was von deinem Holz, dann will ich dir von meinem auch was geben, wenn es wächst im Walde."

NATÜRLICH GESUND
Doch nicht nur mythologisch, sondern auch in der phytotherapie ist der Holunder (Schwarzer Holunder, lat. Sambucus nigra) ein wertvoller Verbündeter. Die schweisstreibend, fiebersenkenden und schleimlösenden Holunderblüten gelten schon seit Jahrhunderten als Allheilmittel. Das ätherische Öl der Holunderblüten wirkt entzündungshemmend und immunstimulierend.

Doch nicht nur die Blüten eignen sich zur Unterstützung der Gesundheit. Seine Beeren sind u.a. reich an Vitamin C, welches das Immunsystem Stärkt und wertvoll für den Stoffwechsel ist. Sie helfen dem Körper nicht nur den Cholesterinspiegel zu senken, sondern auch Eisen besser aufzunehmen. Ausserdem enthält ihr Saft einen hohen Anteil an Gerbstoffen. Doch Vorsicht rohe Holunderbeeren wirken nicht nur leicht abführend, sie sind auch giftig.


Jeden Morgen, wenn ich am Holunder vorbeigehe, halte ich einen kurzen Moment inne und erinnere mich an all die alten Überlieferungen. Mit der dunklen Jahreszeit beginnt auch wieder die Zeit, in der wir uns vor dem warmen Kaminfeuer Märchen, alte Sagen und Legenden erzählen und dabei, wer weiss, sogar noch das eine oder andere lernen können. Witeres zur Verwendung des Holunder, sowie genaue Rezepturen finden sich u.a. auf folgender Seite: heilkräuter.de/Holunder

Ihr Lieben, isch wünsche euch einen zauberhaften Start in die neue Woche. :)


1 Kommentar:

  1. Liebe Nicky, mal wieder ein schöner Artikel ganz nach meinem Geschmack. Ich liebe den Holunder.... und überlege mir einen Hollerbusch in den Garten zu holen. Vielen Dank fürs Teilen. Liebe Grüße Isabella

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