Von inneren Welten und romantischen Friedhofstänzen

by - Juli 11, 2018


WAS TRÄUME UNS SAGEN WOLLEN
Seltsam, solche Träume wie ich sie derzeit erlebe, habe ich normalerweise eher zur Herbstzeit. Überhaupt ist auch der von mir gewählte Titel etwas, was sich eher im Herbst oder Winter in meine Gedanken schleicht. So wie es aussieht, herrscht in meinem Inneren gerde mehr Herbst- als Sommerstimmung. Nun gut, man arbeitet mit dem was einem gegeben wird, nicht wahr. Schliesslich sind wir flexibel. ;)

Meine Träume sind und waren schon immer gute und wertvolle Wegweiser meines Lebens. Deren Symbolik fasziniert mich schon seit langem. In manchen Fällen bestätigen sie auch einfach nur, was ich intuitiv schon längst weiss, aber noch versuche zu verdrängen. Doch bis heute sind sie immer ein treuer Ratgeber und Wahrheitssprecher meines Unterbewusstseins.

REISE IN DIE INNEREN WELTEN 
Vor zwei Nächten hatte ich wieder einen seltsamen Traum, diesmal blieb er mir nach dem Aufwachsen jedoch noch lange sehr präsent. Für mich ein Zeichen, dass ich nochmals einen genaueren Blick darauf werfen sollte. Gesagt, getan.

Ich besuchte einen Friedhof, den ich durch meine Träume gut kannte, in der diesseitigen Welt jedoch noch nie besucht habe, oder gar weiss, ob er in dieser Form tatsächlich existiert. Ich fühlte mich, wie immer an diesem Ort, seher geerdet, aber nicht traurig, sondern geborgen und fröhlich. Da war noch jemand Anderes, ein Mann. Er nahm meine Hand und begann mit mir zu tanzen.

DER FRIEDHOF ALS SYMBOL
Der Friedhof als Symbol in Träumen kann vieles bedeuten und kann für Ungeübte schon mal eine kleine Herausforderung darstellen. Je nachdem in welchem Zusammenhang dieser im Truam erscheint und welche Handlung sich abspielt, steht er für verschiedenes. In diesem Fall war es ein schlichtes Betreten des Friedhofs, meine Gefühle waren positiv und leicht.

Das Betreten eines Friedhofs symbolisiert die Beschäftigung mit der Vergangenheit, oder wir wollen etwas begraben, wovon wir uns befreien möchten. Etwas, was uns immernoch anhaftet und beschäftigt, obwohl es in unserer Zukunft keinen Platz hat und wir es gerne hinter uns lassen möchten. Hier stelt sich die Frage, was will ich hinter mir lassen?

Gleichzeitig ist der Friedhof aber auch ein Ort, zu dem man sich begibt bei Lebenskonflikten. Wenn man man alleine nicht mehr weiter weiss. Unsere Vorfahren hatten einen starken Ahnenglauben, wenn sie alleine nicht mehr weiter wussten, dann suchten sie Orte auf um ihre Ahnen um Hilfe zu bitten. Der Friedhof kann ein solcher Ort sein.

DER TANZ ALS SYMBOL
Das Symbol des Tanzes ist ein uraltes. Bei unseren Vorfahren war der Tanz nicht nur Ausdruck der Freude und Unbeschwertheit, er war auch ein zentraler Bestandteil zeremonieller Handlungen. Durch ihn verbanden sie sich mit dem Rhytmus der Erde - es war ein regelrechtes einstimmen auf den Urrhytmus und ein Verschmelzen mit allem was war, ist und sein wird. Der Tanz hat also einerseits etwas sehr Befreiendes an sich, andererseits aber auch etwas sehr Ursprüngliches und Wildes.

WAS DAS FÜR MEINE AKTUELLE SITUATION BEDEUTET
Dieser Traum hat mir im Grunde genommen nur nochmals symbolisch vor Augen geführt, was ich längst weiss. Ich darf und muss meiner Inituition endlich vertrauen und meinen Weg einschlagen, auch wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sehen kann, wo er mich hinführen wird. Dieses loslassen und darauf vertrauen, dass schon alles seinen Lauf nehmen wird, fällt mir im Moment extrem schwer. Da ich mich schon vor langer Zeit meiner Wilden Weiblichkeit verschrieben habe, bin ich dabei den für mich bestimmten Weg zu gehen. Ich glaube, dass ich gerade einfach getestet werde, ob ich diesen völlig neuen Weg tatsächlich will und wie viel ich dafür bereit bin zu tun. Im Moment jedoch ist jeder einzelne Schritt eine echte Mutprobe. Ja, auch das ist eine Seite des eigenen, selbstbestimmten Lebens.


WILDE WEIBLICHKEIT - ES IST NICHT IMMER EINFACH

Wenn wir von Wilder Weiblichkeit sprechen, dann meist im Zusammenhang mit Selbstliebe, einem selbstbestimmten Leben und Freiheit. Oft scheint es so, als wäre dieser Weg der heilige Gral, der alles besser macht und ja, seine eigene wilde Weiblichkeit zu leben ist ein unglaublich starker, wie ich finde, erfüllender Weg. Er ist auf jedenfall gehenswert und verbunden mit vielen wertvollen Erfahrungen. Aber nicht immer sind diese einfach zu meistern. Wilde Weiblichkeit heisst auch erbarmuslos ehrlich zu sich selbst zu sein, nicht unbedingt wertend, aber ehrlich und das wiederum bedeutet, dass wir uns unseren Ängsten stellen sollten, die uns zurückhalten und blockieren.

VERTRAUEN FINDEN  - DER INTUITION FOLGEN
Für mich persönlich bedeutet das Vertrauen zu fassen in meinen persönlichen Weg und zwar auch dann, wenn ich noch nicht das ganze Bild vor mir sehen kann. Auch dann, wenn ich noch nicht weiss wie der übernächste Schritt aussehen soll.

Die Wahrheit ist, ich kann mich nicht mehr verstellen - ich will auch gar nicht mehr. Meine Seele schreit so laut nach einem Weg, vor dem ich mich unheimlich fürchte, dass ich dennoch nicht anders kann, als zu vertauen und diesem zu folgen. Nicht wissend, wie ich das alles mit dem normalen Alltag bewerkstelligen soll. Ich möchte mich gerne brav anpassen, denn es wär alles so viel leichter, aber ich kann schlichtweg nicht (mehr). Das ist wohl der Preis dafür ein wildes, weibliches Leben führen zu können. Über seinen Schatten zu springen, seiner Intuition zu vertrauen und geschen lassen.


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1 Kommentare

  1. Liebe Nicky,

    als mich dieser Ruf ereilte, bin ich vor Angst beinahe "eingegangen". Ich habe versucht diesen Weg nicht zu gehen und das mit dem Ergebnis, dass ich krank und kranker wurde, weil ich mich verleugnet hatte.

    Ja, solch einen Weg zu gehen ist nicht "leicht" - aber ich finde es trotzallem inzwischen einfacher als im Getriebe zu bleiben und dabei zuzusehen, wie einem die eigene Kraft und das eigene Wohl abhanden kommen.

    Natürlich sind da Ängste dabei, aber es sind eben "nur" Ängste. Die sind sicher schwer auszuhalten, aber wenn man mal merkt, dass man auf dem Weg tatsächlich gehen kann, dann verflüchtigen sich die Ängste langsam aber sicher.

    Also hab nur Mut und trau Dich, es lohnt sich. Du bist ja eine intelligente junge Frau die viele Talente hat, wie Du hier im Blog immer wieder beweist - das alles gehört zu Dir und unterstützt Dich auf diesem Weg. Vergiss das nie.

    Alles Liebe,
    Clara

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