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Imbolc, auch bekannt als Lichtmess, Oimelc, oder Tag der Brigid, ist das Fest des jungen Lichtes, das zur Wintersonnenwende wiedergeboren wurde und nun immer mehr an Kraft gewinnt. Auch wenn wir erst kleine Anzeichen erkennen, wie die ersten Schneeglöckchen und Krokusse, die unter dem noch harten Winterkleid hervorblicken, so geschieht tief in der Erde schon eine ganze Menge an Vorbereitung für den Frühling.

Die Tage werden länger,  an den Birken zeigen sich teilweise schon die ersten Knospen, man hört die Vögel wieder vermehr zwitschern und die Tage werden schon spürbar länger. Imbolc ist ein Fest des Neuanfangs, der Reinigung und der Planung.Jetzt ist die Zeit, in der wir den Samen Pflanzen für all das, was wir dieses Jahr bewerkstelligen wollen.

Vielerlei Bräuche zu diesem Fest haben bis in die heutige Zeit überlegt. So ist es vielerorts Brauch Karneval zu feiern, denn auch wenn nur noch die wenigsten heutzutage die wahre Bedeutung des Karnevals kennen, reichen dessen Wurzeln bis in die keltische Zeit zurück. Der ursprüngliche Karneval war dazu gedacht mit viel Lärm und unheimlichen Masken die Wintergeister auszutreiben, damit der Frühlig Einzug halten konnte. Bei uns in der Schweiz nennen wir diesen Brauch Fasnacht und mancherort, wie zum Beispiel im Lötschtal erkennt man noch sehr gut dessen ursprünglichen Zweck (Video zur sogenannten Tschäggättä im Lötschtal). Ein ähnlicher, etwas weniger ungestümer Brauch, ist das sanfte Wecken der Bäume, indem man an deren Stamm klopft, ihnen Segenswünsche zuflüstert und um ein gutes Jahr bittet - denn ja, sie verstehen uns schon, keine Angst. Zum Tag der Brigid ist es in Irland ausserdem Brauch aus Binsen geflochtene St.-Brigids-Kreuze anzufertigen, die das Jahr über Glück bringen sollen.

KAMPF DEM WINTERBLUES MIT MEHR ACHTSAMKEIT IM ALLTAG
Imbolc ist für mich das einzige Jahreskreifest, bei dem ich jedes Jahr aufs Neue ziemlich Mühe habe mich drauf einzustimmen.Grundsätzlich läuft Imbolc bei mir noch sehr gemächlich ab, das Fest selbst feiere ich im Ruhigen, mit einer weissen Kerze, entspanne mich dabei und schreibe mir Ideen auf, die ich dieses Jahr verwirklichen möchte. Für ausgelassene Jahreskreisfeiern ist später im Jahr noch Zeit, hier lasse ich mich noch von der Schläfrigkeit der Natur leiten.

Die ersten beiden Monate nach dem Neujahrsfeier bin ich einerseits gespannt auf das, was das neue Jahr bereithält, andererseits bin ich auch immer ein wenig träge, sodass mir im Januar und Februar kaum zum Feiern zumute ist. Man kann sagen, in diesen beiden Anfangsmonaten packt mich dann doch ein wenig der Winterblues und um dem entgegenzuwirken, habe ich mir ein paar Tricks angeeignet.
Affirmationen 
Was wir denken beeinflusst stark unseren Alltag. Affirmationen (lat. affirmatiō für „Versicherung, Beteuerung“)sind bewusst formulierte positive Gedanken und Sätze, die uns helfen sollen unsere Ziele und Wünsche zu erreichen. Ich nehme mir dafür jeden Morgen 2-3 Minuten Zeit um meine Affirmationen zu visualisieren. Dabei ist es wichtig, Negationen zu vermeiden. Also zum Beispiel anstatt: "Ich werde nicht krank" zu sagen, "Ich bin/bleibe/werde gesund." Affirmationen lassen sich wunderbar zu Imbolc mit einbinden, da sie das Schmieden unserer Pläne positiv unterstützen.
 
Meditative Spaziergänge
Für stille Meditationen bin ich persönlich nicht so der Typ, denn das gelingt mir nur höchst selten. Was mir hingegen mehr entspricht sind Gehmeditationen, vor allem in der Natur. Zur Zeit um Imbolc gibt es ausserdem ganz viel Interessantes zu entdecken – die ersten Blüten, die das erste Vogelgezwitscher und, mit etwas Glück, zum Teil auch schon wieder die ersten wärmeren Sonnenstrahlen auf der Haut.

Massagen oder ein Besuch im Hamam

Während der Sommermonate finde ich es immer einfacher meinen Körper zu spüren. So viele sinnliche Möglichkeiten, die sich uns anbieten. Im Winter ist das oft etwas anders, grundsätzlich empfinde ich die dunkle Zeit immer mehr als Zeit der inneren Porzesse. Mehr schlafen, ausruhen, mehr Kopfarbeit - bei mir kommt da der körperliche Aspekt teilweise fast etwas zu kurz. Umso wichtiger ist es sich bewusst Zeit zu nehmen seinem Körper etwas Gutes zu tun, wie zum Beispiel eine Massage, oder einen Besuch im Hamam.

Wie feiert ihr Imbolc und was macht ihr, wenn euch der Winterblues packt?

Habt ein gesegnetes Fest. ❤
Die Magie des Lebens begegnet mir überall, auch auf meinen Reisen. Ob es nun atemberaubende Orte sind, die ich besuche, das Lachen der Kinder, die auf der Strasse spielen, oder der Duft einer Landesspezialität, der mir grade in die Nase steigt. Ich liebe es einfach zu sein, zu beobachten und den Zauber des Lebens zu spüren.

Manchmal, so wie in Otranto, begegnet mir diese Magie allerdings auch auf eine sehr direkte Art. Zum Beispiel in Form des Buches Viaggio nel Salento magico (deutsch: Reise durch den magischen Salento), das von magischen begebenheiten und Sagen rund um die Gegend handelt. Gekauft habe ich es mir nicht, weil mein Italienisch schlichtweg nicht ausreicht um ein ganzes Buch zu verstehen, dennoch hat es mich daran erinnert, dass Geschichten und Sagen voller Magie allgegenwärtig sind - auch heute noch und, dass sie noch immer einen Einfluss auf unser Leben haben, uns prägen.

Als mir das erwähnte Buch in die Hände fiel wusste ich gleich, hier bin ich richtig. Ich mag geschichtsträchtige und sagenumworbene Orte, deren Zauber zu spüren, der den jeweiligen Ort zu dem gemacht hat, was wir heute sehen. In Otranto ist diese Magie noch immer stark zu spüren. Die kleinen Gässchen und weissen Fassaden mit grünen und blauen Fensterläden lassen einen erahnen, dass wir uns inmitten mediterraner Lebensenfreude befinden - eine ganz besondere Energie, die ansteckend zu sein scheint.
OTRANTO
Die Hafenstadt Otranto bildet die Grenze zwischen Adria und dem Ionischen Meer und natürlich gibt es auch hier einige Sehenswerte Dinge, wie zum Beispiel die Kathedrale Otrantos, die Aragonesische Festung, oder den Baia dei Turchi, ein Strand wie aus dem Bilderbuch, der etwas ausserhalb der Stadt liegt. Am schönsten ist es jedoch durch die romantischen Gassen zu schlendern, dabei die feinen Düfte und prächtigen Farben der Marktstände zu geniessen und sich in einem der vielen kleinen Restaurants eine Pause zu gönnen. Diese allgegenwärtige Lebensfreude macht Otranto zu einem ganz besonderen Fleck Erde, der zum Geniessen animiert.


DIE SAGE DES SCAZZAMUREDDHU
Tatsächlich habe ich in Otranto nicht nur eine ganz besondere Magie gefunden, sondern auch eine berühmte Sagengestalt des Salento - den Scazzamureddhu. Dieses Wesen wird gerne als kleiner Zwerg mit roten Wangen beschrieben. Auf Darstellungen, die ich von ihm gesehen habe, hat er ausserdem spitze Ohren und einen kleinen Hut auf.

Der Scazzamureddhu ist eine Sagengestalt aus alter Zeit der auch unter den Namen "moniceddhu", "laùru" oder "carcaluru" bekannt ist. Er soll nicht grösser als 40 oder 50 Zentimeter sein, hat durchdringende schwarze Augen, lange lockige Haare und wird teils auch als hässlich, dunkel und haarig beschrieben. Es gibt diejenigen, die bereit sind zu schwören, dass er ein süsser Schelm ist, aber es gibt auch solche, die ihn im Gegenteil für einen bösen Mann halten, der sich schlechten Witzen und Teufeln widmet. Ob süsses, kleines Wesen oder hässliches haariges Monster, hängt wohl davon ab welche Erfahrung man mit der Sagengestalt gemacht hat, denn der Legende nach taucht der Scazzamureddhu vor allem Nachts auf, wenn alle schlafen, er liebt es Streiche zu spielen und Leute zum Narren zu halten - vor allem jene, die nicht an ihn glauben.

 Anderen Geschichten zufolge springt der "Laùru" aus seinem Versteck und klettert auf das Bett, drückt die Brust des auserwählten Opfers, bis ihm der Atem stockt. Es wird jedoch gesagt, dass, wenn es jemandem gelingt, sich aus seinem Griff zu befreien und den Schelm zu fangen, er das ganze Leben lang Glück haben wird. Mit diesem Glück kann man ihm auch Tagsüber begegnen. Bei einer Wanderung durchs Land zum Beispiel, berauscht vom starken Duft des Rosmarins und Salbeis, kann man ihn entdecken, wie er lächelnd durchs Gebiet wandert. 
 
Mich erinnern diese Geschichten sehr an solche über Kobolde und Hauselfen, oder den Fengg, den wir in der Schweiz kennen, die alle ähnlich beschrieben werden. Auch das sich auf die Brust der schlafenden Menschen setzen kenne ich aus eigenen Sagen, diese Wesen werden bei uns Nachtmaren (woher übrigens das englische Wort nightmare stammt), Alben/Elben (woher wir heute noch das Wort Albtraum abgeleitet haben) oder in der Innerschweiz auch Toggeli genannt.
  
Wie ich zu Beginn dieses Posts schon erwähnte, begegnet mir die Magie überall - auch auf meinen Reisen. Gesehen habe ich den Scazzamureddhu mit eigenen Augen zwar nicht, sein Lächeln habe ich aber allemal gespürt und ich glaube, ich war ihm sogar ein bisschen willkommen in seinem Land.