Nachdem ich irgendwie weg war, bin ich mittlerweile irgendwie zurück. Na ja, noch nicht ganz, denn diese Woche feiere ich meinen 30. Geburtstag und da werde ich nochmals für ein paar Tage  abtauchen, geniessen, feiern und was man sonst noch so alles macht. Reisen zum Beispiel, denn ich werde meinen Geburtstag an einem meiner liebsten Orte verbringen - in Schottland.

Ja, ich bin ein Mabon-Kind, weshalb ich mich zur Herbstzeit vermutlich so pudelwohl fühle. Na gut, auch den Frühling mag ich sehr gerne, aber der Herbst gefällt mir einfach noch eine Spur besser. Jetzt, das heisst nur wenige Tage vor der Abreise, spüre ich die ganz besondere Atmosphäre Mabons, des alten Erntedankfestes. Denn nebst der grossen Vorfreude auf unseren Ausflug, fühle vor allem auch eine unglaubliche Dankbarkeit. Auch wenn noch nicht in ganz allen Bereichen alles so läuft, wie ich es mir wünsche, scheinen diese Sorgen seit ein paar Tagen völlig in den Hitergrund zu rücken. Anderes ist wichtiger, die bevorstehende Zeit mit meinen Lieben, gemeinsame Momente, das ist jetzt alles was zählt. Alles andere, wird sich dann früher oder später schon iregendwie einfügen.

Wer jetzt nicht wissen sollte was denn Mabon eigentlich ist und um was es da geht, bei der Frau Birkenbaum gibt es einen ganz zauberhaften Artikel dazu: Herbst- Tagundnachtgleiche: Alte Rituale und Bräuche.

Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, sind viele meiner ehemaligen Blogposts nicht mehr auf dem Blog zu finden. Das liegt daran, dass der Blog (wieder mal) nicht so ganz wollte wie ich und ich daher gezwungen war das alles hier nochmals neu zu gestalten. Meine alten Beiträge sind jedoch nicht einfach so weg, ich habe sie für euch auf einer separaten Plattform sozusagen zwischengelagert. Hier habe ich lediglich noch meine allerliebsten alten Posts und von jetzt an alle neuen. Wer gerne mehr über meine ehemaligen Reisen lesen möchte, darf dies gerne tun und zwar unter www.arddevivre-archiv.ch


Ihr Lieben, bis ganz bald und bis dahin wünsche ich euch eine ganz zauberhafte Mabon-Zeit mit vielen wunderbaren Herbstfarben.

Eure Nicky






"Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen." - Jon Kabat-Zinn

Uuuuh, da bin ich mit meinem 3-Monats-Beitrag aber ganz schön hinterher. Ihr mögt es mir verzeihen, denn zwichen Schmelzhitze-Müdigkeitsmodus und Beschreiten eines für mich völlig neuen Weges hat mir schlichtweg die Energie gefehlt. Kurz gesagt: Ich hatte keinen Bock zum bloggen ... ja, das gibt es ab und an auch mal. Aber zum Glück darf ich nur, und muss nicht - das ist schön.

Was mir in den ersten drei Monaten noch äusserst leicht fiel, empfand ich in den vergangenen Monaten als sehr schwierig. Vor allem mit dem Plastik tue ich mich noch sehr schwer, was mich ehrlich gesagt ziemlich nervt, denn ich weiss, dass ich mehr machen könnte als ich im moment umsetze. Na gut, es nützt nichts mich darüber zu beschweren, das ist auf jeden Fall noch ein grosser Punkt auf meiner Liste, den ich früher oder später umsetzen werde - nur halt nicht ganz so rasch, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber wie heisst es so schön, alles zu seiner Zeit.

Der Umgang mit der Zuckerreduktion schwankt ein wenig, mal fällt es mir besonders leicht, dann merke ich, wie es schwerer fällt. Aber wenn ich mich da bewusst hinterfrage und danach handle, klappt es schon ganz gut.

NEUE INSPIRATIONEN ZUM THEMA BEWUSST UND KONSUMBEWUSST LEBEN
Dafür habe ich mich während der vergangenen Montate dazu entschlossen in Zukunft bewusster zu reisen. Also die Anzahl meiner Reisen (vor allem Flugreisen) zu reduzieren, dafür aber Orte besuche, die es mir erlauben (konsum)bewusster zu sein. Die Umsetzung ab nächstem Jahr steckt gerade ind er Anfangsphase der Planung. Drauf gekommen bin ich ganz einfach wiel ich dieses Jahr für meine Verhältnisse wirklich viel fliege (10x) und das eigentlich gar nicht möchte - obschon ich mich selbstverständlich auf jede dieser Reisen freue, dennoch möchte ich das in Zukunft bewusster planen und umsetzen. Dazu werde ich euch aber noch einen separaten, ausführlicheren Artikel schreiben.

PROJEKT: #LANGSAMERLEBEN
Ausserdem habe ich beschlossen langsamer zu leben. Ja, richti gelesen, ich will meinen Alltag langsamer gestalten, bewusster das geniessen was mir wichtig ist und dazu gehört für mich auch mein Leben, soweit es geht, zu entschleunigen.Unter dem Projekt LangsamERleben bin ich gerade dabei etwas Neues aufzustellen. Bis ich da etwas weiter bin gibt es schon mal Bilder und Text auf Instagram unter #langsamERleben. Vielleicht magst du ja mal vorbeischauen?

Ich wünsche dir eine zauberhafte Woche. 

Krafttanken inmitten einer Metropole
Inmitten des Gewusels dieser einzigartigen Stadt gibt es einen Ort, der nicht nur so aussieht, als wäre er aus dem Kopf Tim Burtons entsprungen, sondern auch ruhig und entspannend ist, sodass man kaum glauben kann, dass er sich inmitten einer Grossstadt befindet. Überhaupt hat London ein paar wahrlich schöne Grünflächen. Eine der berühmtesten und zugleich grössten ist wohl der Hyde Park. Aber auch kleine Parks wie der Russel Square, indem sich die Kunststudenten regelmässig treffen, ist durchaus einen Besuch wert.

Der Highgate Friedhof 
Highgate befindet sich im Stadtbezirk Camden im Norden Londons und gleich oberhalb des Stadtzentrums. Vom British Museum aus sind es mit der Tube (so wird die Untergrundbahn Londons genannt) von der Haltestelle Russel Square (Blue Line) nur etwa zehn Minuten bis zur Kings Cross und von dort aus in Richtung High Barnet (Black Line) bis zur Archway Haltestelle. Danach ist es ein angenehmer zehn Minuten Spaziergang durch den Waterlow Park, der übrigens auch ganz bezaubernd ist und sich ebenso hervorragend für eine ruhige Minute eignet.

Der Friedhof besteht aus zwei Teilen, dem jüngeren, östlichen Teil und dem älteren, westlichen Teil, welcher nur geführt besichtigt werden kann. Mit einem Eintrittspreis für £8 kann man den östlichen Teil eigenständig erkunden. Wer den westlichen Teil auch sehen möchte, kann allerdings ein Ticket für £12 kaufen und hat sowohl die Tour, wie auch den Eintritt für den östlichen Teil mit inbegriffen. Ich fand die Investition hat sich allemal gelohnt.


West Cemetery 
Terry, unser Guide für den westlichen Teil der Grabstätten und der, meiner Meinung nach, so überhaupt nicht wie ein Terry aussah, sondern eher wie ein James, bewies swohl Herz wie auch Humor während der Führung. Es dauerte nicht lange, bis ich von diesem Ort genauso begeistert war wie er. Wir betraten die Egyptian Avenue, den Circle of Lebanon und die Terrace Katakomben, die ziemlich gruselig waren, vor allem nach Terry's lebhaft erzählten Geschichten.
 
 
East Cemetery
Der Ostfriedhof ist etwas weniger exzentrisch als der Westteil, aber keinesfalls weniger schön. Die meisten der alten Gräber sind von dicken Ranken umschlossen und geben dem Friedhof eine ganz besonders mystische Atmosphäre.Die berühmteste Grabstätte hier ist wohl die von Karl Marx, wobei ich gestehen muss, dass ich andere Gräber viel schöner fand als seines. Wer einen ruhigen Ort sucht um dem tosenden Lärm der Stadt zu entkommen, der wird hier auf seine Kosten kommen. Es ist herrlich durch die Natur zu gehen, dem Vogelgesang zu lauschen und, mit ein bisschen Glück, sogar einer der Nachbarschaftskatzen zu begegnen, die manchmal ganz schön frech, einige der Grabsteine für ihren Mittagsschlaf beanspruchen.

Geschichten von Geistern und Vampiren
Ich mag Friedhöfe, nicht unbedingt der Toten wegen, aber die Ruhe dort erlaubt mir meine Gedanken besonders gut zu hören. Inmitten solch friedlicher und magischer Orte sprudelt es nur so vor Geschichten in meinem Kopf und der Highate Friedhof war keine Ausnahme. Wie das Eintreten in eine andere Welt, in die Anderswelt, so kam es mir vor und wenn ich bedenke wo ich stand, ist dieser Vergleich gar nicht so weit hergeholt. Kein wunder gibt es unzählige Geistergeschichten, die sich um diesen Ort ranken. Seit den 1970er Jahren macht ausserdem das Gerücht die Runde, dass auf dem Friedhof ein echter Vampir hausen soll. Nun, begegnet bin ich ihm nicht, diesem Vampir, aber meine Fantasie hat diese Geschichte auf jeden Fall angeregt und wer weiss, vielleicht reicht diese Inspiration auch bald schon für eine kurze Geschichte.




"Aus der Stille werden die wahrhaft großen Dinge geboren." 
- Thomas Carlyle

In unserer schnelllebigen Zeit ist es nicht immer einfach sich daran zu erinnern, was Stille ist oder gar wie sie sich anfühlt. Wenn wir uns dann doch mal in solch einer Situation befinden braucht man einen Moment um sich dieser Stille ganz und gar bewusst zu werden. Auf meinem Ausflug in die Wüste Erg Chebbi in der Sahara südlich von Erfoud erlebte ich einen solchen Moment.

Etwa eine Dreiviertelstunde dauerte die Reise zu den Dünen, sodass wir pünktlich zum Sonnenuntergang vor Ort waren. Was mich dort erwartet, übertraf meine Vorstellung, denn obwohl ich mir schon viele Male vorgestellt hatte, wie es sich anfühlen würde auf einer dieser Dünen zu stehen, war das tatsächliche Erlebnis noch um vieles stärker - ich war völlig überwältigt.


Wir waren knapp 20 Personen, zwei davon entschieden sich für einen Kamelritt. Da ich dieses Abenteuer jedoch schon von früheren Reisen kannte, entschied ich mich die Dünen zu Fuss zu erklimmen. Gemeinsam wanderten wir auf dem feinen Sahara Sand und obwohl wir eine beachtliche Anzahl Leute waren, hatte ich keinen Moment das Gefühl mich davon gestört zu fühlen.

Im Gegenteil, was gescha überraschte mich, denn es wurde ganz still. Als die Sonne zu sinken begann, sassen wir alle gemeinsam auf einer der Dünen und liessen den Moment auf uns einwirken. Um uns herum war es still, in mir war es ebenso still. Ich spürte den feinen Sand zwischen meinen Händen und die leichte Brise, die mein Haar zerzauste. Tief durchatmen. Ich fühlte mich frei. So frei, wie schon lange nicht mehr und  dann fühlte ich mich verbunden. Verbunden mit dem Boden unter meinen Füssen, mit der Welt und mit mir selbst.


In der Ferne konnte man die Beduinenzelte sehen, in denen man als Tourist übernachten konnte. Wir sollten diese Nacht allerdings wieder in unsere Lodge zurückkehren, das Kasbah Hotel Chergui, übrigens das beste Hotel auf unserer Reise. Mehr dazu und zum Thema Kasbahs werde ich euch in einem der nächsten Artikel erzählen.

Wenn ich jetzt, gut einen Monat nach meiner Reise, an diesen Tag zurückdenke, dann fühle ich mich für einen kurzen Moment wieder in dieses Erlebnis hinein. Dass ich durch diesen doch relativ kurzen Moment noch so lange Kraft daraus schöpfen könntem hätte ich nicht gedacht. Alles, was mir dazu noch zu sagen bleibt ist: Bucket List Moment - check!

Konsumbewusst leben

Ihr Lieben, der April klopft schon an die Tür und so nehme ich mir Zeit die letzten drei Monate zu reflektieren. Im Januar hatte ich angekündigt, dass ich dieses Jahr konsumbewusster leben möchte und genau das habe ich die letzten drei Monate getan.

Ich bin erstaunt wie gut es funktioniert, auch wenn ich noch einiges an Verbesserungspotential habe, dachte ich erst es würde mir schwerer fallen, aber die Materiellen Dinge fehlen mir überhaupt nicht. Das Bedürfnis neue Kleider zu kaufen hatte ich praktisch nie, oder habe in den wenigen Fällen, äusserst gut widerstehen können. Auch auf Dekoartikel habe ich komplett verzichtet.

Anfang Februar habe ich zwei Mal meiner Buchsucht nachgegeben, und das mit dem Zucker ist auch noch sehr verbesserungswürdig - vor allem jetzt vor der Osterzeit (ganz schlimm). Dabei merke ich doch, dass mir der ganze Zucker mir gar nicht besonders gut tut. Jetzt möchte ich gerne sagen, dass die vier gekauften Bücher wenigstens mit meinem bevorstehenden Studium zu tun hatten, davon war aber nur eines mit dabei - gilt also nicht als Ausrede *g*.

Was mir ausserdem schwer gefallen ist, war die Plastikreduktion. Schnell mal was über Mittag zu essen gekauft und schwupps, hatte ich schon wieder einen Plastikbecher in der Hand. Auch das mit den Verpackungen beim Einkauf meiner Lebensmittel entpuppte sich als echte Herausforderung. Was Schminke und Deo etc. angeht, hatte ich bisher noch genügend auf Vorrat, sodass ich mir wohl erst in den kommenden Monaten mit dem Thema nachhaltige Alternativen beschäfitgen werde.

Thankful Thursdays

Was meine neu gestartete Sektion der Thankful Thursdays angeht, na ja, die wurde von mir während der letzten Wochen eher stiefmütterlich behandelt. Überhaupt bliebt das Bloggen ganz schön auf der Strecke, was vor allem daran lag, dass ich in meiner Freizeit ziemlich stark mit persönlichen Wachstumsprozessen konfrontiert wurde - im letzten Blogbeitrag hatte ich darüber geschrieben. Unter anderem habe ich mittlerweile beschlossen meinen Reiseblog Ard de vivre nur noch privat zu führen und meine Energie mehr auf die Themen in diesem Blog und in meinen neuen Weg fliessen zu lassen - das erscheint mir derzeit einfach sinnvoller.

In diesem Sinne kann ich diese Woche dankbar sein meine Kräfte zukunftgerichtet einzusetzen. Ich bin auch dankbar für mein Durchhaltevermögen in schwierigen Situationen nicht den Mut zu verlieren, auch wenn es manchmal ganz schön viel Energie kostet. Jezt gerade bin ich dankbar für das lange Osterwochenende, welches ich mit Freunden und Familie verbringen werde, und mit hoffentlich auch ganz viel Zeit für mich.
Specchia macht seinem Namen als Mitglied der Veireinigung schönster Dörfer in Italien alle Ehre und die Trattoria da Coppuledda passt einfach fantastisch in dieses malerische Städtchen. Mein Fotografenherz pochte gleich etwas stärker, als ich die Gaststätte betrat, die einen auf Anhieb in eine klischeebehaftete italenische Lebensweise entführt. Nicht, dass ich etwas dagegen gehabt hätte, im Gegenteil, ich liess mich an diesem Abend von der einmaligen Atmosphäre leiten, ganz nach dem Motto: go with the flow.

Die liebevoll dekorierten Räume der Trattoria haben es mir angetan, genauso wie der himmlische Duft italieniescher Küche. Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, hatten wir auch noch einen Platz auf dem Balkon bekommen, dessen Aussicht kaum zu übertreffen war. Wer in Apulien einen Ort such um einen romantischen Sonnenuntergang zu erleben, der ist in der Trattoria da Coppuledda genau richtig. Hier geht es zur offiziellen Webseite inklusive Menükarte.

ESSEN VERBINDET
An diesem Abend wurde mir einmal mehr bewusst wie sehr Essen verbindet. Das erlebe ich nicht nur Zuhause, sondern auch während meiner Reisen immer wieder, wie zum Beispiel auf meiner Reise nach Kuala Lumpur. Gemeinsam am Tisch zu sitzen, gemeinsam zu essen und sich das an diesem Tag erlebte zu erzählen stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Das ist schon etwas Besonderes und Wertvolles.

An diesem Abend in Specchia  habe ich einiges über die süditalienische Esskultur gelernt, noch besser, ich habe sie selbst erleben dürfen. Wir hatten leckere Antipasti mit Gemüse, Panzerotti und Meeresfrüchten, sowie einen äusserst gut gebratenen Thunfisch mit Gemüse als Hauptspeise. Nicht selten, lässt man sich beim Besuch in ein Restaurant hier in Italien einfach überraschen was der Tagesfang erbracht hat. Der fantastische Sonnenuntergang rundete unseren Abend dann noch wunderbar ab und nachdem wir, Zuhause angekommen, noch eine Weile nach Sternschnuppen Aussschau gehalten hatten, fielen wir alle müde, aber glücklich ins Bett. Ja, gemeinsam essen verbitet, das erlebe ich auf meinen Reisen immer wieder. Doch nicht nur das, es erlaubt einem auch in die jeweilige Kultur einzutauchen und sie verstehen zu lernen.

Bildquelle
Imbolc, auch bekannt als Lichtmess, Oimelc, oder Tag der Brigid, ist das Fest des jungen Lichtes, das zur Wintersonnenwende wiedergeboren wurde und nun immer mehr an Kraft gewinnt. Auch wenn wir erst kleine Anzeichen erkennen, wie die ersten Schneeglöckchen und Krokusse, die unter dem noch harten Winterkleid hervorblicken, so geschieht tief in der Erde schon eine ganze Menge an Vorbereitung für den Frühling.

Die Tage werden länger,  an den Birken zeigen sich teilweise schon die ersten Knospen, man hört die Vögel wieder vermehr zwitschern und die Tage werden schon spürbar länger. Imbolc ist ein Fest des Neuanfangs, der Reinigung und der Planung.Jetzt ist die Zeit, in der wir den Samen Pflanzen für all das, was wir dieses Jahr bewerkstelligen wollen.

Vielerlei Bräuche zu diesem Fest haben bis in die heutige Zeit überlegt. So ist es vielerorts Brauch Karneval zu feiern, denn auch wenn nur noch die wenigsten heutzutage die wahre Bedeutung des Karnevals kennen, reichen dessen Wurzeln bis in die keltische Zeit zurück. Der ursprüngliche Karneval war dazu gedacht mit viel Lärm und unheimlichen Masken die Wintergeister auszutreiben, damit der Frühlig Einzug halten konnte. Bei uns in der Schweiz nennen wir diesen Brauch Fasnacht und mancherort, wie zum Beispiel im Lötschtal erkennt man noch sehr gut dessen ursprünglichen Zweck (Video zur sogenannten Tschäggättä im Lötschtal). Ein ähnlicher, etwas weniger ungestümer Brauch, ist das sanfte Wecken der Bäume, indem man an deren Stamm klopft, ihnen Segenswünsche zuflüstert und um ein gutes Jahr bittet - denn ja, sie verstehen uns schon, keine Angst. Zum Tag der Brigid ist es in Irland ausserdem Brauch aus Binsen geflochtene St.-Brigids-Kreuze anzufertigen, die das Jahr über Glück bringen sollen.

KAMPF DEM WINTERBLUES MIT MEHR ACHTSAMKEIT IM ALLTAG
Imbolc ist für mich das einzige Jahreskreifest, bei dem ich jedes Jahr aufs Neue ziemlich Mühe habe mich drauf einzustimmen.Grundsätzlich läuft Imbolc bei mir noch sehr gemächlich ab, das Fest selbst feiere ich im Ruhigen, mit einer weissen Kerze, entspanne mich dabei und schreibe mir Ideen auf, die ich dieses Jahr verwirklichen möchte. Für ausgelassene Jahreskreisfeiern ist später im Jahr noch Zeit, hier lasse ich mich noch von der Schläfrigkeit der Natur leiten.

Die ersten beiden Monate nach dem Neujahrsfeier bin ich einerseits gespannt auf das, was das neue Jahr bereithält, andererseits bin ich auch immer ein wenig träge, sodass mir im Januar und Februar kaum zum Feiern zumute ist. Man kann sagen, in diesen beiden Anfangsmonaten packt mich dann doch ein wenig der Winterblues und um dem entgegenzuwirken, habe ich mir ein paar Tricks angeeignet.
Affirmationen 
Was wir denken beeinflusst stark unseren Alltag. Affirmationen (lat. affirmatiō für „Versicherung, Beteuerung“)sind bewusst formulierte positive Gedanken und Sätze, die uns helfen sollen unsere Ziele und Wünsche zu erreichen. Ich nehme mir dafür jeden Morgen 2-3 Minuten Zeit um meine Affirmationen zu visualisieren. Dabei ist es wichtig, Negationen zu vermeiden. Also zum Beispiel anstatt: "Ich werde nicht krank" zu sagen, "Ich bin/bleibe/werde gesund." Affirmationen lassen sich wunderbar zu Imbolc mit einbinden, da sie das Schmieden unserer Pläne positiv unterstützen.
 
Meditative Spaziergänge
Für stille Meditationen bin ich persönlich nicht so der Typ, denn das gelingt mir nur höchst selten. Was mir hingegen mehr entspricht sind Gehmeditationen, vor allem in der Natur. Zur Zeit um Imbolc gibt es ausserdem ganz viel Interessantes zu entdecken – die ersten Blüten, die das erste Vogelgezwitscher und, mit etwas Glück, zum Teil auch schon wieder die ersten wärmeren Sonnenstrahlen auf der Haut.

Massagen oder ein Besuch im Hamam

Während der Sommermonate finde ich es immer einfacher meinen Körper zu spüren. So viele sinnliche Möglichkeiten, die sich uns anbieten. Im Winter ist das oft etwas anders, grundsätzlich empfinde ich die dunkle Zeit immer mehr als Zeit der inneren Porzesse. Mehr schlafen, ausruhen, mehr Kopfarbeit - bei mir kommt da der körperliche Aspekt teilweise fast etwas zu kurz. Umso wichtiger ist es sich bewusst Zeit zu nehmen seinem Körper etwas Gutes zu tun, wie zum Beispiel eine Massage, oder einen Besuch im Hamam.

Wie feiert ihr Imbolc und was macht ihr, wenn euch der Winterblues packt?

Habt ein gesegnetes Fest. ❤
Die Magie des Lebens begegnet mir überall, auch auf meinen Reisen. Ob es nun atemberaubende Orte sind, die ich besuche, das Lachen der Kinder, die auf der Strasse spielen, oder der Duft einer Landesspezialität, der mir grade in die Nase steigt. Ich liebe es einfach zu sein, zu beobachten und den Zauber des Lebens zu spüren.

Manchmal, so wie in Otranto, begegnet mir diese Magie allerdings auch auf eine sehr direkte Art. Zum Beispiel in Form des Buches Viaggio nel Salento magico (deutsch: Reise durch den magischen Salento), das von magischen begebenheiten und Sagen rund um die Gegend handelt. Gekauft habe ich es mir nicht, weil mein Italienisch schlichtweg nicht ausreicht um ein ganzes Buch zu verstehen, dennoch hat es mich daran erinnert, dass Geschichten und Sagen voller Magie allgegenwärtig sind - auch heute noch und, dass sie noch immer einen Einfluss auf unser Leben haben, uns prägen.

Als mir das erwähnte Buch in die Hände fiel wusste ich gleich, hier bin ich richtig. Ich mag geschichtsträchtige und sagenumworbene Orte, deren Zauber zu spüren, der den jeweiligen Ort zu dem gemacht hat, was wir heute sehen. In Otranto ist diese Magie noch immer stark zu spüren. Die kleinen Gässchen und weissen Fassaden mit grünen und blauen Fensterläden lassen einen erahnen, dass wir uns inmitten mediterraner Lebensenfreude befinden - eine ganz besondere Energie, die ansteckend zu sein scheint.
OTRANTO
Die Hafenstadt Otranto bildet die Grenze zwischen Adria und dem Ionischen Meer und natürlich gibt es auch hier einige Sehenswerte Dinge, wie zum Beispiel die Kathedrale Otrantos, die Aragonesische Festung, oder den Baia dei Turchi, ein Strand wie aus dem Bilderbuch, der etwas ausserhalb der Stadt liegt. Am schönsten ist es jedoch durch die romantischen Gassen zu schlendern, dabei die feinen Düfte und prächtigen Farben der Marktstände zu geniessen und sich in einem der vielen kleinen Restaurants eine Pause zu gönnen. Diese allgegenwärtige Lebensfreude macht Otranto zu einem ganz besonderen Fleck Erde, der zum Geniessen animiert.


DIE SAGE DES SCAZZAMUREDDHU
Tatsächlich habe ich in Otranto nicht nur eine ganz besondere Magie gefunden, sondern auch eine berühmte Sagengestalt des Salento - den Scazzamureddhu. Dieses Wesen wird gerne als kleiner Zwerg mit roten Wangen beschrieben. Auf Darstellungen, die ich von ihm gesehen habe, hat er ausserdem spitze Ohren und einen kleinen Hut auf.

Der Scazzamureddhu ist eine Sagengestalt aus alter Zeit der auch unter den Namen "moniceddhu", "laùru" oder "carcaluru" bekannt ist. Er soll nicht grösser als 40 oder 50 Zentimeter sein, hat durchdringende schwarze Augen, lange lockige Haare und wird teils auch als hässlich, dunkel und haarig beschrieben. Es gibt diejenigen, die bereit sind zu schwören, dass er ein süsser Schelm ist, aber es gibt auch solche, die ihn im Gegenteil für einen bösen Mann halten, der sich schlechten Witzen und Teufeln widmet. Ob süsses, kleines Wesen oder hässliches haariges Monster, hängt wohl davon ab welche Erfahrung man mit der Sagengestalt gemacht hat, denn der Legende nach taucht der Scazzamureddhu vor allem Nachts auf, wenn alle schlafen, er liebt es Streiche zu spielen und Leute zum Narren zu halten - vor allem jene, die nicht an ihn glauben.

 Anderen Geschichten zufolge springt der "Laùru" aus seinem Versteck und klettert auf das Bett, drückt die Brust des auserwählten Opfers, bis ihm der Atem stockt. Es wird jedoch gesagt, dass, wenn es jemandem gelingt, sich aus seinem Griff zu befreien und den Schelm zu fangen, er das ganze Leben lang Glück haben wird. Mit diesem Glück kann man ihm auch Tagsüber begegnen. Bei einer Wanderung durchs Land zum Beispiel, berauscht vom starken Duft des Rosmarins und Salbeis, kann man ihn entdecken, wie er lächelnd durchs Gebiet wandert. 
 
Mich erinnern diese Geschichten sehr an solche über Kobolde und Hauselfen, oder den Fengg, den wir in der Schweiz kennen, die alle ähnlich beschrieben werden. Auch das sich auf die Brust der schlafenden Menschen setzen kenne ich aus eigenen Sagen, diese Wesen werden bei uns Nachtmaren (woher übrigens das englische Wort nightmare stammt), Alben/Elben (woher wir heute noch das Wort Albtraum abgeleitet haben) oder in der Innerschweiz auch Toggeli genannt.
  
Wie ich zu Beginn dieses Posts schon erwähnte, begegnet mir die Magie überall - auch auf meinen Reisen. Gesehen habe ich den Scazzamureddhu mit eigenen Augen zwar nicht, sein Lächeln habe ich aber allemal gespürt und ich glaube, ich war ihm sogar ein bisschen willkommen in seinem Land.