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"The trees are about to show us how lovely it is to let the dead things go." 
- Anonymous

Loslassen. Etwas gehen lass, das nur noch in unserer Vorstellung existiert, in Wahrheit aber schon lange gestorben ist. Eine alte Freundschaft, oder womöglich ein Projekt - bei mir war es dieses Jahr eine Lebensweise, die meinen Beruf betraf. Stattdessen habe ich mich dafür geöffnet meine Berufung zu leben, nach und nach ein wenig mehr davon in meinen Arbeitsalltag zu lassen. Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich dieses Jahr noch viel mehr hinter mir gelassen, als nur eine Berufswelt. Alte Gewohnheiten zum Beispiel, aktuell ist aber auch das Thema Angst und Mut sehr präsent in meinem Leben. Obwohl ich nach wie vor dazu neige den einen selben Fehler zu machen, nämlich meine Angst zu bekämpfen, statt ihr zuzuhören. Da habe ich wohl noch viel zu lernen.

Der Herbst ist für mich genau die richtige Zeit dafür. Immer unglaublich inspirierend, wenn die Tage nicht mehr zu heiss, aber auch noch nicht zu kalt sind, dann steht dem Fluss meiner Kreativität nichts mehr im Wege. Also nehme ich mir die Zeit und höre ihr zu, lerne von ihr und währendem ich so durch meinen Blog reiste, mir alte Artikel ansah, wurde mir bewusst, dass mich zu dieser Jahreszeit oft ganz ähnliche Tehem beschäftigen. Da war zum Beispiel der Blogpost zu den  Andersweltgedanken, oder aber das Gefühl es kaum mehr bis Halloween auszuhalten, weil ich mich ganz einfach so sehr darauf freue. Vor einem Jahr hatte ich das Warten mit einem leckeren Rezept für einen Green Pumpkin Smoothie überbrückt.

Mit der Wiederentdeckung dieser alten Blogposts wurde mir auch bewusst, wie sehr ich das Fotografieren mag. Nicht etwa, dass ich das nicht gewusst hätte, doch irgendwie rückt dieses Bewusstsein im Altagstrott gerne mal in den Hintergrund. Für mich hat die Fotografie etwas unglaublich Entspannendes. Es ist ein Moment, der mir erlaubt in eine völlig andere Welt einzutauchen und dennoch etwas physisches aus dieser Welt mit in die unsere zu nehmen. Bei Colorfotoservice.ch habe ich zu diesem Thema die Fototipps Goldener Herbst entdeckt, die im Moment wie für mich gemacht sind. Da ich mir ohnehin dabei bin zu überlegen mich in irgendeiner Art im Bereich Fotografie weiterzubilden, ist jeder Tipp willkommen, der mich in dieser Hinsicht weiterbringt.

Apropos Bilder, falls sich einige von euch fragen, weshalb ich auf Instagram derzeit keine Stories mehr veröffentliche, das hat damit zu tun, dass mein Mobiltelefon gerade dabei ist den Geist aufzugeben. Leider ist mir vor ein paar Wochen auch noch die Handykamera kaputt gegangen, was spontane Uploads logischerweise zu einem Ding der Unmöglichkeit macht. Aber das soll sich in den nächsten Wochen wieder ändern. Deshalb bin ich gerade dabei verschiedene Mobiltelefone, wie zum Beispiel bei  Chip.de zu vergleichen. Falls ihr irgendwelche Tipps habt, lasst es mich wissen. Sobald ich mein neues Telefon habe, werden dann auch endlich wieder ganz viele neue Stories auf Instagram zu sehen sein.

 Aber ich schweife vom eigentlichen Thema ab. Was mir beim Fotografieren und beim Eintauchen in diese fremde und dennoch zum Teil seltsam vertraute Welt jeweils bewusst wird ist, dass nicht jede Reise von äusseren Einflüssen bestimmt wird. Manchmal sind es die Reisen in unser Innerstes, die uns am weitesten tragen. Der Herbst ist dafür wie gemacht, wenn das Leben sich wieder vermehrt in der warmen Stube abspielt. Wenn wir beieinandersitzen und uns von Erlebnissen und Abenteuern erzählen - auch so können wir an fremde Orte reisen und manchmal sind sie beinahe so unglaublich, wie die alltägliche Wirklichkeit.

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Jede Reise, egal ob gross oder klein, ob nah oder fern, ist ein Geschenk. Jede Reise schenkt uns etwas Einzigartiges und Besonderes. Erkenntnisee, die uns wachsen lassen. Ja, selbst Erkenntnisse, die wir während unserer Reise vielleicht gar nicht besonders schätzen erweisen sich im Nachhinein oft als lehrreich - zumindest  dann, wenn wir offen genug sind sie als lehrreiche Erfahrungen anzunehmen.

Während meiner letzten Reise nach Apulien hatte ich mir zum Ziel gesetzt möglichst viele Punkte auf meiner eigens dafür angefertigten Bucket List streichen zu können. Wohlwissend, dass ich nicht alleine unterwegs sein würde und dass es daher bestimmt nicht nur darum gehen würde was ich wollte. Dennoch wollte ich soviel wie möglich machen, schliesslich würde es mir erlauben hier auf dem Blog über ein völlig neues Gebiet zu schreiben, das ich zuvor noch nie besucht hatte. Um es schon mal vorweg zu nehmen, wir haben während dieser Zeit tatsächlich fast alles aus meiner Liste gesehen. Doch das grösste Geschenk, das ich aus diesem Urlaub für mich mitnehmen konnte, stand  auf keiner Liste.

Als ich dort ankam wurde ich erst mal ganz schön aus meinem Rhytmus geworfen. Ich war mit meinen Gedanken eigentlich irgendwo ganz anderst, irgendwo in der Zukunft am planen, wie es weitergehen sollte und, wenn ich ganz ehrlich bin, das Wort Entspannung stand gerade nicht in meiner Agenda. Nicht etwa, weil ich keine Entspannung gewollte hätte, sondern weil es mir ganz einfach nicht in denn Sinn kam, dass mein Körper und Geist etwas Ruhe nötig gehabt hätten.

Nach anfänglicher Kurzrebellion meines inneren Kobolds, dessen Vokabluar hauptsächlich aus "du musst" und "du solltest aber" besteht, bliebt mir bei dieser brühtenden Hitze kaum eine andere Wahl, als dem kleinen Monster den Mund zu verbieten. Stattdessen habe ich mich entschieden ganz einfach dem Rhytmus des Ortes hinzugeben, die Zeit zu vergessen und mich vom Moment treiben zu lassen. Das gluschtige Essen hat dabei natürlich auch noch ein Stück weit geholfen, keine Frage und siehe da, es war eine der besten Entscheidungen, die ich seit langem getroffen hatte.

Auf einmal sah ich ganz viel um mich herum, was mir sonst wohl nie aufgefallen wäre. Diese uralten, zum teil schon richtig knorrigen Olivenbäume, die für die Umgebung so wichtig sind, der eisenreiche Boden, der nackte Füsse in kürzester Zeit in eine, na ja, fast echte Rothaut verwandelt und die Meerluft, die bei jedem Atemzug meine Lungen füllte. Abends sassen wir immer noch etwas beieinander - in einer Bar, oder aber Zuhause im Garten. Es wurde gegessen und unterhalten und als die Nacht heranbrach sassen wir gemütlich auf dem Balkon, die Katze auf dem Schoss und beobachteten die Sternschnuppen. So etwas beruhigt die Seele, den Geist und den Körper.

Es muss nicht immer die gross angekündigte Attraktion sein. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die wir erfahren, die sich am Ende als wertvollstes Geschenk erweisen und mit etwas Glück erfährt man dadurch dadurch sogar das ursprüngliche Wesen des Landes.