Ein paar Gedanken zur Volksheilkunde

by - Juni 04, 2016

Die Alternativmedizin begleitet mich schon mein Leben lang und war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Alltags. Nicht nur wenn es darum ging Krankheiten zu heilen, sondern auch wenn es hiess gewissen Krankheiten vorzubeugen. Dabei bin ich besonders fasziniert von der Volksmedizin (auch Volksheilkunde), wie verschiedene Kulturen mit dem ihnen überlieferten Wissen um Krankheiten und deren Heilmethoden umgehen. 

EUROPÄISCHE VOLKMEDIZIN
Wenn ich hier von Volksmedizin oder Volksheilkunde spreche, dann meine ich in erster Linie die TEM/ TAM (Traditionelle Europäische Medizin, Traditionelle Abendländische Medizin), also die Medizin, welche im europäischen Kulturraum entstanden ist, wozu so einiges an älteren sowie auch neueren Praktiken gehört. Eine der bekanntesten volksheilkundlichen Praktiken ist die Phytotherapie, also die Heilung mit der Hilfe von Pflanzen. Doch auch die Lehren des Paracelsus, Pfarrer Kneipps oder der Hildegard von Bingen sind bis heute fester Bestandteil der Alternativmedizin Europas, nicht zu vergessen die Bach-Blütentherapie und Homöopathie.

VOLKSMEDIZIN: MEHR ALS SYMPTOMBEKÄMPFUNG 
Der grösste Unterschied zwischen der noch relativ jungen Schulmedizin und der Volksmedizin ist die Betrachtungs- und Herangehensweise. Während die Schulmedizin sich hauptsächlich auf Symptombekämpfung konzentriert, betrachtet die Volksheilkunde den Menschen als ganzheitliches Wesen, das mehr ist als reine Materie. Die Volksheilkunde integriert deshalb auchspirituelle und magische Praktiken, denn, man wusste früher schon, wenn der Körper krank war, so war es auch der Geist. Aus diesem Grund musste Heilung auch auf allen Ebenen stattfinden.

Spirituelle und magische Heilung hiess zum Beispiel der Krankheit ein Gesicht zu geben. Oftmals wurde diese Gestalt der Krankheit mit Hilfe von Träumen oder Trancezuständen in Form eines wurmartigen Wesens erkannt, deshalb existiert in unserem Wortschatz übrigens noch heute die Bezeichnung "etwas wurmt mich" oder "da ist der Wurm drin", wenn wir eine Situation beschreiben wollen, die nicht so ist, wie sie sein sollte.

Wenn man also jemanden von einer Krankheit heilen wollte, so war nicht nur wichtig welche Symptome die Person hatte, sondern auch die Antwort auf die Frage wo die Krankheit wurzelt, was sie ausgelöst hat. Auch die damit verbundene Behandlung stützde sich auf diese Erkenntis ab, so gilt bei der Phytotherapie nicht nur der Wirkstoff der jeweiligen Pflanze, sondern auch die Symbolik, welche die Pflanze mit sich bringt. Dies nur als kleines Beispiel zur Erläuterung wie dieses ganzhetliche Erkennen und Behandeln aussehen konnte. Auch heute noch folgt die Volksheilkunde diesem uralten Wissen, dass alles im Leen seine Balance braucht, so auch Körper und Geist.
ALLES NUR PLACEBO?
Ich muss zugeben, dass dieses Wort mich zum Schmunzeln bringt. Es versucht eigentlich etwas klein zu machen, was ihm nicht in den Kram passt, gibt ihm in Wahrheit aber noch mehr Kraft. Denn ist die Heilung einer Krankheit durch den Paceboeffekt nicht eigentlich ein Beweis, dass unser Geist zu Grossem im Stande ist, wenn man ihm diese Eigenmacht lässt? Zeigt es nicht, dass es mehr gibt, was uns beeinflusst, als irgendwelche Wirkstoffe, die man im Labor nachweisen kann? Und lässt uns das nicht noch einmal darüber nachdenken, ob diese "abergläubischen" Rituale, wie das Besprechen einer Krankheit, das Vergraben oder Übergeben, die wir heute belächeln vielleicht doch ihre Berechtigung haben?
Was ist denn, wenn ich meine Krankheit "fortzaubere" indem ich sie in Form eines Tuches an einen Baum hänge, sie vergrabe oder sonstwie loswerde? Unsere Ahnen haben solche Methoden verwendet um gesund zu werden, manchmal erfolgreich, manchmal weniger erfolgreich.
Als naturspirituelle Person ist es mir wichtig die Balance zu waren, einen Weg zu finden, der mich nicht einschränkt, sondern mir möglichst viele Möglichkeiten offen hält gesund zu werden, oder gesund zu bleiben. Daher gehe ich beide Wege in Symbiose, das eine schliesst das andere für mich nicht aus, sondern ergänzt sich gegenseitig. Ich kann genauso auf schulmedizinische Praktiken vertrauen, wie ich auf Volksmedizinische Praktiken vertraue.Viele Faktoren spielen eine Rolle, denn nicht jeder Mensch, oder jede Situation ist für die selbe Heilweise bestimmt. Wo die Schulmedizin ihre Aufgabe oftmals darin sieht am Leben zu erhalten oder wieder lebensfähig zu machen, hilft die Volksmedizin ganzheitlich gesund zu werden und das eigene Leben wieder lebenswert zu machen. Es ist also ein Zusammenspiel, ein Luxus, den wir heute haben beides gemeinsam zu nutzen um die für uns bestmögliche Gesundheit zu erlangen.

Wer mit Volksheilkunde arbeitet ist bereit Eigenverantwortung und Eigenmacht für seine Gesundheit und sein Leben zu übernehmen. Wer mit Volksheilkunde arbeitet ist jemand der überlegt handelt und das tut, was für seine Gesundheit in der jeweiligen Situation am besten ist.

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6 Kommentare

  1. Ahh Nicky, so toll geschrieben! Vielen Dank dafür ☺
    Hab morgen einen tollen Start in die Woche! LG, Claudia

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    1. Hallo Claudia, vielen lieben Dank für deinen Kommentar, es freut mich, dass er dir gefällt!

      Ich wünsche dir eine ganz zauberhafte Restwoche. :)

      Liebe Grüsse
      Nicky

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  2. Wunderschön geschrieben, hab vielen Dank! Man liest ja immer wieder von TEM/TAM. Und die Gedanken schleichen sich immer wieder ein und flüstern, wäre das nicht was für Dich? Daher mal die Frage: kann man das irgendwie lernen/studieren? Gibts da Schulen dafür?

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    1. Hallo Anita,

      Vielen Dank. Ja, es gibt schon verschiedene Ausbildungen dazu. Mir ist da zum Beispiel die Seite von Natura Naturans bekannt, die verschiedene Kurse und Ausbildungen anbietet. Dann gibt es auch verschiedene Seiten, die spezifisch Kurse für die Phytotherapie anbieten. Da ich bisher allerdings keine offizielle Ausbildung in die Richtung gemacht habe, kann ich keine der Schulen aus persönlicher Erfahrung empfehlen. Ich habe bisher nur im Selbststudium gelernt, mit Hilfe von Büchern und eigenen Erfahrungen.

      Liebe Grüsse
      Nicky

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  3. Und wer will schon die über-satte Pharmaindustrie mehr füttern als notwendig? Ich bin natürlich sehr froh und dankbar für unsere fortschrittliche Schulmedizin, keine Frage. Aber ich glaube auch dass so manche Medikation, gerade im Bereich chronischer Krankheiten, überhaupt nicht sein müßte, wenn an anderen Stellschrauben gedreht würde. Wie Du es eben hier auch ansprichst. Schön beschrieben übrigens mal wieder :) LG

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    1. Richtig, damit habe ich schon lange aufgehört, oder sollte ich sagen, dank meiner Mutter habe ich nie so richtig damit angefangen? Das ist es ja, es ist nicht alles nur schlecht, was die Schulmedizin predigt, man sollte aber auf der anderen Seite auch nicht einfach den Kopf ausschalten, sondern aktiv an der Erhaltung oder Wiederhelstellung der eigenen Gesundheit beteiligt sein. Das scheinen heute viele zu vergessen, oder vielleicht muten sie es sich auch einfach nicht mehr zu. Auch Ärzte sind nur Menschen, keine Götter.

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