Why do heroes die?

by - Januar 17, 2016




Diese Frage stellt sich mir letzte Woche, als ich an der Bushaltestelle erfahre, dass eben einer meiner liebsten Schauspieler verstorben ist. Kurz nachdem ich mir diese Frage gestellt hatte, kam ein leichtes Unbehagen in mir auf - es steht mir nicht zu um jemanden zu trauern, dem ich physisch gar nie begegnet bin.

Er scheint ein wirklich grossartiger Mensch gewesen zu sein, das zumindest geht aus all den Worten hervor, die seine Liebsten von ihm berichten und seinen Taten, die ich leider nur durch die Flimmerkiste oder das Internet erfahren konnte. Dass die Menschen um ihn trauern, die ihn kannten  und ihm nahe standen ist durchaus verständlich. Doch ich - ein einfacher Bewunderer seiner Arbeit und seiner Person?

Nun, es ist schon so, dass ich nicht weiss wie er tatsächlich war und ich weiss auch nicht, ob ich ihn gemocht hätte, wenn wir uns gekannt hätten - vielleicht hätte ich dann ein ganz anderes Bild von ihm gehabt. Doch das was ich gesehen habe, das hat mich stark beeindruckt und geprägt. Ja für mich war er durchaus eine Art Held - ein Vorbild.


Er hat mich gelehrt,
  • dass Humor das Leben so viel lebenswerter macht.
  • dass eine Stimme allein unheimlich attraktiv sein kann.
  • dass wahre Grösse eines Menschen sich anhand seiner Taten zeigt.
  • dass die wahre Kraft durchaus in der Ruhe liegt.
  • dass ein grossartiger Charakter & Stil soviel mehr wert sind, als ein "perfekter" Körper.
  • dass Kreativität einem sehr viel geben kann
  • dass wahre Helden nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind.

Es gibt Menschen die uns berühren und nicht immer wissen wir gleich weshalb dies der Fall ist.
Sie sind es, die uns zeigen woran wir in unserem Leben arbeiten können, dafür müssen wir ihnen nicht mal physisch begegnen. Sie sind unsere Mentoren. Letzte Woche habe ich einen meiner ganz persönlichen Helden verloren und ja, ich bin durchaus der Meinung, dass man dann einen Moment innehalten und trauern darf.

Doch weshalb sterben unsere Helden?

Meine erste Reaktion auf diese Meldung war ein Gefühl der Ungerechtigkeit. Doch es ist nun mal so, dass am Ende für uns alle der Tod kommt, ganz egal was davor war oder nicht war. Wenn ein Idol stirbt scheint es auf den ersten Moment besonders schwer. Jemand, der uns ermutigt hat tagtäglich an sich zu arbeiten, ob nun bewusst oder unbewusst, ist auf einmal nicht mehr da. Auf einmal sind wir auf uns alleine gestellt. Jetzt ist es an uns das zu nutzen was wir gelernt haben, uns selbstständig zu motivieren.

Vielleicht verlieren wir ein Vorbild um uns noch ein letztes Mal zu zeigen, was sie uns für unser eigenes Leben mitgegeben haben. Vielleicht aber auch um uns klar zu machen, dass auch Helden eben ganz normale Menschen sind und wir jetzt erst recht nicht aufgeben sollen unsere Träume zu verwirklichen. Doch um ehrlich zu sein, ich weiss es nicht, aber vielleicht werde ich es irgendwann erfahren - in dieser oder in einer anderen Welt...




“I think there should be laughs in everything. Sometimes, it’s a slammed door, a pie in the face or just a recognition of our frailties.” - Alan Rickman


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5 Kommentare

  1. Liebe Nicky,
    ich finde gar nicht, dass man nur um jemanden trauern kann, wenn man ihn physisch erlebt hat. Ich kann deine Trauer total nachvollziehen. Man trauert um Menschen, die einem viel gegeben haben und das ist für mich Grund genug!

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    1. Hallo Sofia,

      Da hast du vollkommen recht. Es wirkt auf den ersten Blick vielleicht seltsam, doch oftmals sind es solche Vorbilder, die einem Mut machen und Kraft geben um etwas in Angriff zu nehmen. :)

      Liebe Grüsse
      Nicky

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  2. David Bowie ist ja auch gestorben und das hat mich berührt. Ich habe es zum Anlass genommen ein "Buch der Heroen" zu beginnen, eine Art Sketchbook in dem ich mich visuell mit meinen persönlichen Popkultur-Helden beschäftige. Das hat mich aber auch dazu geführt mir generell Gedanken über Totenverehrung und moderne Heroen-Verehrung zu machen, denn so etwas existiert. Hast du schon mal Fotos vom Grad von Jim Morrison (dem Sänger von The Doors) oder Oscar Wilde gesehen? Von Elvis brauchen wir gar nicht zu reden, da gibt es jährliche Fackelzüge.
    Helden sind immer schon gestorben. Oft hat sie das erst zu Legenden gemacht (in deine Fall jetzt nicht, Rickman war zu Lebzeiten schon ziemlich grandios)

    LG
    Sólveig

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    1. Hi Sólveig,

      Ja, David Bowie ist ja nur ein paar Tage davor verstorben. Deine Idee mit dem Buch der Heroen finde ich klasse. Eine sehr schöne Geste. :) Habe ehrlich gesagt noch nicht so viele Gräber berühmter Menschen gesehen, aber etwas ähnliches ist mir in LA passiert. Ich war gerade da kurz nachdem Robin Williams starb und um seinen Stern am Walk of Fame waren unzählige Blumen und Kerzen. War schön zu sehen.

      Du hast vollkommen recht es ist auf alle Fälle ein spannendes Thema. Mit Toten- oder Ahnenverehrung kenne ich mich zwar schon aus, das mit Rickman gibt mir dennoch irgendwie die Möglichkeit dieses Thema nochmal von einer ganz anderen Seite zu beleuchten.

      Liebe Grüsse
      Nicky

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