Blog dich glücklich oder: Weshalb du dich nicht mit anderen vergleichen solltest

by - Januar 28, 2016


 "Style is knowing what you are, what you want to say and not giving a damn." - Orson Welles

Letztens kamen wir zufällig aufs Thema Bloggen zu sprechen. Keines Seltenheit, ist das Bloggen doch mein grösstes Hobby. Auf die Frage, was ich denn in meine Freizeit so treibe folgt dann eben die Antwort „ich blogge“ woraufhin ich oft die Folgefrage zu hören bekomme „wie erfolgreich bist du denn?“ Eine Frage, deren Antwort einen Vergleich mit anderen, ähnlichen Blogs, voraussetzt. Über lange Zeit habe ich mich in allen möglichen Lebenslagen auf diese Weise mit anderen Verglichen. Das Ergebnis war nie wirklich zufriedenstellend, genausowenig wie die Antwort, die ich meinem Gesprächspartner auf seine Frage geben konnte, denn es wird immer andere geben, die professioneller und erfolgreicher sind. Ab wann gilt man denn eigentlich als erfolgreich? Wird es an der Anzahl Klicks gemessen, an den Kommentaren oder der Anzahl Follower? Oder gar wie viel man mit seinem Blog verdient?


Zugegeben, im Vergleich dazu wirkt mein Blog tatsächlich unbedeutend. Weder mit der Anzahl Leser, noch mit dem Blogdesign kann ich mithalten. Noch dazu kommen natürlich Themen wie Beauty & Fashion, die sicher erfolgreicher sind als das, worüber ich schreibe.

Nun, daran gemessen wäre ich, im Vergleich mit anderen Blogs, dann wohl nicht besonders erfolgreich und müsste die Frage mit einem "nein" beantworten. Wenn ich allerdings meinen Erfolg daran messe, welche Entwicklung mein Blog und somit auch ich in den letzten Jahren durchlaufen habe, dann kann ich die Frage mit einem klaren "ja" beantworten.

Wenn ich mir diese beiden Blickwinkel vor Augen führe, dann merke ich, dass der eine mir auf alle Fälle besser bekommt, als der andere. Wenn ich mich beginne mit anderen zu vergleichen, dann kann das teilweise schon entmutigend auf einen wirken und es stellt sich die Frage, ob sich dieser ganze Aufwand überhaupt lohnt?

Frage dich nach dem Grund. Weshalb bloggst du?
Hast du zum Ziel mit deinem Blog berühmt zu werden? Möchtest du ganz einfach deine Leser unterhalten, sie inspirieren? Oder bloggst du ganz einfach, weil es dir Spass macht? Ganz egal welches Ziel du hast, werde dir einfach mal darüber bewusst. Beantworte dir die Frage des WARUMS, denn diese Antwort wird ausschlaggebend dafür sein, wie du mit deinem Blog umgehen wirst.

Bei mir war es anfänglich ein reiner Akt der Neugierde. Ich hatte eine Fanfiction geschrieben (ja so eine bin ich), mein Buch selbst publiziert und wollte nun ein wenig dafür werben. Ohne mir gross darüber Gedanken zu machen, habe ich meinen allerersten Blog eröffnet „Bartime Stories“. Erst mit der Zeit hat sich alles entwickelt. Ich habe gemerkt, dass das Bloggen so viel mehr zu bieten hat – Eine Welt, die mir zusagt, in der ich kreativ sein kann. Zu meinem Buch und meinem ersten Blog nur so vie: Beide sind heute nicht mehr online. Die Welt, die sich mir allerdings mit diesem einen Schritt offenbart hat, war so viel mehr wert. Fortan war mein Ziel die Menschen, meine Leser, zu unterhalten. Mit ihnen zu kommunizieren und mich auszutauschen, vielleicht sogar jemandem mit meinen Texten inspirieren zu können. Dank des Bloggens habe ich nicht nur meine Liebe zum Schreben aber auch zur Fotografie entdeckt und als die ersten paar Angebote zu Kooperationen bei mir eintrudelten, wurde mir bewusst, dass ich anscheinend doch das ein oder andere richtig gemacht hatte, wenn sogar Unternehmen sich dafür interessierten. Davor hätte ich nie auch nur im Traum daran gedacht meinem Blog eine professionelle Plattform zu bieten.

Vergleiche dich nicht mit anderen
Miss dich an dir selbst anstatt dich ständig mit anderen zu vergleichen. Du kannst immer noch etwas dazulernen und dich weiterentwickeln, so geht es jedem einzelnen von uns, ganz egal wie erfolgreich er ist. Lass andere ihren Weg gehen und gehe deinen auf deine Weise. Natürlich kann es nicht schaden, sich inspirieren zu lassen und zu sehen, was alles möglich ist. Ab und zu mal bei Nachbarblogs vorbeizuschauen ist ohnehin sehr angenehm und wenn du dort etwas siehst, was du dir auch für deinen Blog wünschst, dann arbeite in diese Richtung. Wichtig ist nur, dass du nicht einfach ständig so sein willst wie andere. Finde deinen eigenen Weg, denn du bist einzigartig und das soll auch dein Blog sein.

Wenn es dir in einem Gespräch auch mal so ergeht wie mir und dich stört, dass du nur an der Anzahl deiner Follower oder an dem was du damit verdienst gemessen wirst, halte deinem Gesprächspartner mal ganz klar vor Augen, was tatsächlich hinter einem Blog steckt. Was es heisst Blogger zu sein.Viele Leute sind sich gar nicht bewusst, wie viel Arbeit hinter so einem Blog steckt, wenn er ein wenig etwas hergeben woll. Kommentare wie: „ein paar Artikel schreiben ist doch keine Sache“ oder „Du musst ja nicht schreiben, ist ja nur ein Hobby“ höre ich öfters. Letzteres ist in meinem Fall zwar richtig, dennoch, wer seinen Blog am Laufen halten möchte, der wird nicht umhin kommen ihn zu pflegen und regelmässig was zu schreiben.

Zudem sind sich manche gar nicht bewusst, dass es eben nicht nur kurz was zu schreiben gibt. Viele Blogger, wozu auch ich zähle, haben zudem kein komplett professionelles Team von Fotografen, Lektoren etc. hinter sich stehen haben, scheint den meisten gar nicht bewusst zu sein. Konkret heisst das für jemanden wie mich, dass ich das ganze Konzept von A-Z alleine bewältige und wenn ich mir das so anschaue, dann kommt ganz schön was zusammen:

  • Sammlung neuer Ideen
  • Texte, die recherchiert, geschrieben und aktuell gehalten werden wollen 
  • Fotos, die Thematisch und Stimmungstechnich zum Artikel passen wollen 
  • Die Gestaltung eines Blogdesigns, das frisch und ansprechend bleiben soll
  • Das Konzept und der Post-Ablauf, der geplant werden will 

Das beansprucht locker ein paar Stunden pro Woche, die allein dem Blog gewidmed sind. Interaktion mit Lesern über Kommentare oder Emails, sowie Kooperationsanfragen oder die Werbung für meine neuen Artikel sind dann aber noch nicht mit einberechnet. Nicht zu vergessen, dass viele Blogger, so auch ich, nebenbei noch eine 100% Arbeit haben, eine Wohnung oder ein Haus, dass es zu unterhalten gibt, vielleicht ist da sogar noch eine Familie.

Nochmal anders sieht es aus, wenn du deinen Blog professionell oder semiprofessionell führst. Es ist wohl allen durchaus klar, dass, wer im Rennen bleiben möchte, auch die entsprechende Leistung dazu bringen muss. Daher ist es sicherlich nicht falsch in regelmässigen Abständen einen Blick nach rechts oder links zu werfen um zu sehen, was da auf dem Markt gerade angesagt ist.

ABER: Ich habe auch gemerkt, dass ich beim Vergleich mit anderen nach einer Weile automatisch weniger individuell wurde. Es ist eine Tatsache, dass es heute enorm viele Blogs gibt – was dich killt, ist der Vergleich mit anderen und die darauffolgende Reaktion genau so sein zu wollen wie sie. Hole dir inspirationen, doch bleibe einzigartig! Bleibe dir selbst treu, denn das währt am Ende am längsten.

Mein Fazit
Aus diesem Grund sollte man sich gar nicht zu sehr mit anderen Vergleichen. Sich inspirieren lassen und austauschen ja, und zwar so, dass man selbst daran wachsen kann oder anderen hilft zu wachsen. Nicht aber um sich am Ende des Tages frustriert die Frage zu stellen, ob das alles einen Sinn hat. Habe ich Spass am Bloggen? Ja? Dann ist es Grund genug weiter zu machen. Auf was also sollte man sich stattdessen konzentrieren? Statt meine Leserzahl, oder die Klicks also mit derer anderer Zu vergleichen, vergleiche ich meine heutige Arbeit mit der von gestern. Habe ich etwas gelernt? Konnte ich mich verbessern, neue Inputs bringen und meine Leser zufrieden stellen? Wenn ja, dann war ich erfolgreich, wenn nein, dann ist das meine Chance mich zu verbessern.

Das Bloggen gibt mir eine Stimme und mag sie noch so klein und unbedeutend wirken. Am Ende weiss man nie wem diese kleine Stimme vielleicht die nötige Motivation gegeben hat seine eigenen Träume zu erfüllen und wenn ich mit meinen Artikeln auch nur diese eine Person motivieren kann, dann war es das wert!

"The best way to multiply your happiness is to share it with others."

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13 Kommentare

  1. Ich persönlich bin absolute unprofessionelle Bloggerin :-) Ich hatte eine sehr große Website, die in der Pflege extrem aufwändig war, deswegen bin ich umgestiegen. Irgendwie soll das Ganze ja noch Spass machen, wenn man das als Hobby betreibt. Mir sind die "unprofessionellen" Blogs einfach lieber, weil sie noch persönlich sind. Das macht das Ganze wertvoller. Ich geh ja nicht online mit dem Ziel mich zu vermarkten, sondern um mit Gleichgesinnten zu kommunizieren und mich auszutauschen. Das ist für mich Spaß und Freude am Bloggen. Danke, für diesen tollen Artikel. Du sprichst mir aus der Seele... Liebe Grüße von Isabeau

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    1. Hallo Isa,

      Kann ich sehr gut nachvollziehen, man sollte die Freude daran nicht verlieren, ansonsten verliert das ganze seinen ursprünglichen Sinn und das ist schade. Dieses "persönlich bleiben" ist mir auch sehr wichtig, auch wenn ich hier und da mal eine Kooperation eingehe. Vermutlich finde ich es deshalb manchmal etwas enttäuschend, wenn Leute das nicht sehen und stattdessen nur ein paar Zahlen vorgebetet haben wollen. ;)

      Liebe Grüsse
      Nicky

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  2. Bravo, liebe Nicky,
    wunderbar geschrieben und du hast mir aus dem Herz gesprochen!
    Drückerli
    Yvonne

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    1. Vielen Dank, liebe Yvonne. Es freut mich, dass dich meine Worte angesprochen haben! <3

      Herzliche Grüsse
      Nicky

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  3. hallo Nicky,
    durch das Teilen Deines tollen Posts von Yvonne, kam ich jetzt auch in den Genuss ihn zu lesen. Toll geschrieben! Ich habe nur einen kleinen Blog, macht viel Freude, habe schon viele Anregungen erhalten, habe durch den Blog das Fotografieren entdeckt und viele nette Bloggerinnen kennen gelernt.
    Der Grund für meinen Blog war, dass ich unsere "selbstgewerkelten" Sachen zeigen
    kann und das mache ich immer noch gern.
    liebe Grüße
    Gerti

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    1. Liebe Gerti,

      Oh wie schön, dass du deinen Weg auf meinen Blog gefunden hast und vielen herzlichen Dank für deine lieben Worte. Es ist einfach schön, wenn man etwas machen kann, das einem so viel Spass bereitet. Noch dazu ein neues Hobby zu entdecken und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, gibt es etwas Besseres? :)

      Liebe Grüsse
      Nicky

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  4. Oha, wenn ich das hier so lese, dann komme ich mir ja wirklich mega-unprofessionell damit vor :D
    Ich meine bei mir hatten auch schon mal welche wegen irgendwelcher Produktwerbung angeklopft. Aber ich weiß nicht ob das so der Sinn der Sache wäre. Ich blogge ja doch sehr persönlich, privat, eher Alltägliches und teils eben auch Hexenthemen.
    Der Sinn meines Blogs wäre es glaub ich auch gar nicht damit Geld zu verdienen. Natürlich freue ich mich über jeden Kommentar und jeden neuen Follower. Aber offen gestanden käme ich eigentlich auch gar nicht erst auf die Idee, mich mit einer "beruflichen" Mode- oder Reise-Bloggerin oder Ähnlichem zu vergleichen.
    Ich mag Dein Blog so wie es ist und lese hier sehr, sehr gerne.
    LG und bis bald!

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    1. Da bin ich voll und ganz bei dir. Ich finde s manchmal ganz schön schwierig abzuwägen welche Kooperation tatsächlich für beide Seiten sinnvoll ist und welche eben nicht. Aber ich habe auch keine Skrupel dazu zu stehen, wenn es eben überhaupt nicht passt. Woman Up ist in erster Linie schliesslich eine Austauschmöglichkeit für Gleichgesinnte und keine Werbeplattform. In erster Linie schreibe ich, weil ich etwas zu sagen habe und nicht, weil ich mit dem Gesagten Geld verdienen möchte. Wenn mir eine Kooperation angeboten wird, die passt, nehme ich sie gene an, wen nicht, dann ist es auch völlig in Ordnung. Würde meinen Blog auch nicht mit einem rein professionellen vergleichen wollen, das ist auch nicht sein Sinn und Zweck, dafür ist hier zu viel Persönliches integriert und andere Blogs, die zum Beispiel nur über Mode und Beauty ect. Bloggen sind da für die Unternehmen sicher lukrativer als ein Blog, der auch den heidnischen und zauberischen Lifestyle mit einbezieht. ;)

      Oh vielen Dank! Ich bin auch immer wieder gerne auf deinem Blog unterwegs. Ich finde ja unsere Blogger Community ist etwas ganz Besonderes, vielleicht auch gerade wegen der Hexentehmen. ;)

      Liebe Grüsse
      Nicky

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    2. Ja das finde ich auch. Und besonders deshalb,weil es eben häufig doch sehr persönlich und privat hergeht. Das vermittelt so ein Gefühl als würde man sich tatsächlich kennen und ein wenig am Leben der anderen teilhaben.
      Hab jetzt erstmal eine schöne Woche. Wir lesen uns ja :) Bis bald!

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  5. Hallo!

    Ich habe für mich beschlossen die aktuelle (christliche) Fastenzeit dazu zu nutzen, mir über meine Ziele hinsichtlich des Bloggens klar zu werden. Bisher habe ich das nämlich sehr unprofessionell gemacht, viel frei Schnauze, keine Gedanken über SEO und Zugriffe verschwendet.
    Es ist sehr schön (und sicher eine gute Nische) wie du hier Lifestyle und Spiritualität kombinierst, und zwar auf eine optisch sehr professionelle Weise. Das gibt es nicht so oft. Mir schwebt etwas ähnliches vor, nur mit anderen Themen (ich hab's nicht so mit Beauty usw.). Wir werden sehen. Für mich ist das Bloggen auf jeden Fall sehr wichtig, es macht mir großen Spaß und man kann einiges über sich, andere Menschen und die Welt dabei dazu lernen.

    Ich werden deinen Blog in Zukunft sicher öfter lesen.

    LG
    Sólveig

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    1. Hallo Sólveig,

      Ja das kenne ich, genau so ging es mir auch und auf einmal kam die Anfrage für die erste Kooperation. Erst da habe ich begonnen mir Gedanken zu machen, wie ich den richtigen Ausgleich finde um den Blog professioneller zu gestalten, ohne dabei die Individualität zu verlieren.

      Ich bin gespannt wie sich dein Blog noch weiterentwickeln wird. Es ist total spannend zu sehen, wie so etwas wächst. Wie eine Pflanze, die man hegt und pflegt. :)

      Liebe Grüsse
      Nicky

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  6. Hallo :)
    Wirklich toller Post.
    Ich persönlich mag eher die unprofessionellen Blogs, in denen man dafür in jedem Artikel die persönliche "Handschrift" lesen kann.
    Blogs, die einen absoluten Widererkennungswert aufweisen. Also eher "Frei Schnauze".
    Bloggen soll immer Freude machen. Auch dem Leser, der sofort erkennt, ob ein Artikel mit Freude geschrieben worden ist, oder einfach nur aus Kommerz.

    Dein Satz, dass ein Blog wie ein Pflanze ist, die sich weiterentwickelt, den finde ich wunderschön und so treffend.
    Liebe Grüße
    Nila

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    1. Hallo Nila,

      Da stimme ich vollkommen mit dir überein, wo keine persönliche "Handschrift" ist, fehlt bei mir auch ganz rasch das Interesse den Blog weiter zu verfolgen. Mir ist aufgefallen, dass viele professionelle Blogs so sehr darum bemüht sind möglichst seriös zu wirken, dass dabei das kleine Etwas abhanden kommt, das einen Blog eigentlich ausmachen sollte.

      Vielen Dank für deinen Kommentar! :)

      Liebe Grüsse
      Nicky

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